Krrchhhhzzzsss kkch hhrrzz

11 Uhr, ich sitze gerade am Schreibtisch und arbeite. Das Telefon klingelt, im Display eine mir unbekannte Mobilnummer.

„Hrrshh hhrrdkkkk krchsss in der Nähe krchhhsrr rhhcssshsss vor der Tür krchhhss ssshhh hrschhhssss karsss!!“

„Hallo? Ich kann Sie nicht verstehen.“

„Hrkksschh hhhrrckkss harrchhhsss!“

„Hallo? Wer sind Sie denn? Ich verstehe Sie nicht!“

„Krrrhhksss hrrchhss Germanisches Museum hrkkkcksss kkarrchhhhhhhhhhhhssssss!!!!!“

„Nein, ich bin nicht das Germanische Museum, das hier ist eine private Nummer.“

„Hrrchhhssssssssssssss!!!!!“

„Ich verstehe Sie nicht, Sie haben sich verwählt.“

„Krrchhs! Germanisches Musekkrrssschhhsss hkrrrcchhhsssss zssssha krchmssgsssschssss!!!“

„Ehrlich. Das hier ist eine private Nummer, was immer Sie auch von mir wollen.“

„Krchhhhhh kkrrrchhh!!!!!!!!!!!!!!!!“

„Ich bin´s nicht. Ich lege jetzt auf.“

„Krrchhhsssssssshhhhshddhhhhhhhhh kkrhchaaaaaccchhhhhhhhhhhhhhgrrkkkkkssszzzzz!!!!!!!!!!!!!!!!!

„Find ich auch. Ade!“

 

Kärchern

kärchern

Den Tag auf dem Balkon verbracht und dabei mächtig dreckige Füße bekommen. Das Kärchern hat die Sache nämlich erstmal nur anders, nicht aber besser gemacht. Der Boden ist jetzt hell-dunkel gescheckt und alles, was dunkel ist, ist nun eindeutig als Dreck definierbar, während man davo dachte, das sei halt die Verwitterung. Sehr viel Verwitterung eben. Gelernt habe ich auch etwas, nämlich dass Kärchern nicht bedeutet, dass der Dreck verschwindet, nein, nein, der wird lediglich umgelagert, bei uns also an die Außenwand, das Geländer, die Balkonmöbel, die Blumenkästen und den Sichtschutz. Da hängt er nun, der Dreck. Und zwar in Punkten. Genug Dreck ferner, um mir einen halben Tag lang schlechte Laune zu bescheren. Der schöne Balkon! Der Rest klebt angelöst weiter in den Planken und wenn man über diese läuft, danach an den Füßen. Ansonsten heißt Kärchern ganz offensichtlich, dass man es des Kärcherns wegen immer wieder machen muss, fängt man einmal damit an, kann man praktisch nie wieder aufhören. Das Perpetuum Mobile für Heim und Garten also und man bekommt es ab 50 Euro in jedem Baumarkt. Morgen mittag machen wir jedenfalls weiter.

Auch Herr Z. war heute nicht untätig und hat im Garten Sachen geschnitten und Erde verteilt, außerdem wird das Rabengrab nun von einer fluoreszierenden Dekokugel von gut 50cm Durchmesser geschmückt. Diese Kugeln scheinen in diesem Jahr in Köln das ganz große Ding zu sein, sozusagen der Fensterfaltpapierweihnachtsstern des Sommers. Herr Z. jedenfalls hat 15 davon in seinem Garten. Bei uns sind es nur elf und sie liegen stumm, aber beharrlich und eisigblauweiß leuchtend überall vor den Hecken. Morgen gehe ich mal nachsehen, ob kleine Schildchen für die Mücken daran hängen, auf denen in winzig kleiner Schrift zu lesen ist, dass der Alkohol erst ab 18 ausgeschenkt wird. Aber erst morgen. Oder übermorgen. Mal gucken.

 

Das Rabengrab

hecke des grauens

Eigentlich hatte ich damals, im August 2011, ja geplant, an dem Tag, an dem sowohl die Plane des Grauens als auch die Monsterhecke Geschichte werden würden, mindestens eine Flasche Sekt aufzumachen. Als Herr Z. nun heute die traurigen Reste der gestern enorm ausgedünnten Hecke mit der Motorsäge Stumpf für Stumpf heraussägte, um mir zwischendurch von seinem Garten rüber zu mir an meinem Schreibtisch rüberzuwinken, einfach weil das nun möglich ist, war dann aber keiner im Haus. Herrn Z. traf ich dafür vorhin im Dunkeln am kleinen Weg, zwei Trollies hinter sich herziehend. Dass er eher keine Urlaubsreise antreten wird, war sofort klar, denn niemand der das täte, würde sich mit gesenktem Kopf am Rand eines Weges entlangdrücken, der Richtung Wald führt. Ein Wald, in dem es sicher genügend Platz und Dunkelheit gibt, um unauffällig zwei Behältnisse voll mit Heckenabschnitt verschwinden zu lassen. Oder auch viel mehr davon, denn eine Hecke von 20 Metern Länge, fünf Metern Höhe und zwei Metern Breite ergibt, wird sie abgeschnitten, doch eine ganze Menge Biomasse. Verlegen sah er aus, der Herr Z. und so grüsste ich nur kurz im Vorbeifahren und verkniff mir außerdem die Frage, ob da in den Behältnissen vielleicht eine Leiche abtransportiert werden würde.

Die Nachbarin von oben meinte, im ehemaligen Heckengebiet könne man von oben nun einen gußeisernen schwarzen Raben auf einer Stange auf einer Art Hügel erkennen, ob ich wisse, was das sei. Es müsse etwas sehr altes sein, etwas, das vielleicht vor vielen Jahren, als die Hecke noch klein war, dort angelegt worden sei. Ein Rabengrab vielleicht, zumindest aber ein Rabendenkmal, denn wer stelle sich denn auch einen gußeisernen Raben auf einer Stange in eine Hecke. Ich habe lieber nicht darüber nachgedacht.

Tag des guten Lebens

apfelkuchen

Einmal der Länge nach die Berrenrather abgelaufen und gestaunt, wieviel auf so einer hässlichen Straße an schönen Dingen passieren kann, wenn man denen nur ein bisschen Raum gibt. Mehr darüber hier. Denjenigen, der sich das alles ausgedacht hat, hatte ich letztes Jahr außerdem mal interviewt. Bekannte getroffen, sogar aus Kostanz, neue Leute kennengelernt, gequatscht, zum Kölsch eingeladen worden, beim Thai was gegessen, den Schwiegerpapa in seiner Stammkneipe besucht und dann zu dritt rüber zu ihm nach Hause gelaufen, wo die Schwiegermama noch Kaffee und ein paar Stücke von ihrem phantastischen Apfelkuchen für uns hatte, übriggeblieben vom Straßenfrühstück.

Köln ist am schönsten, wenn man es einfach machen lässt.

Berlin, Berlin

prepublica

 

Also: Nach Berlin gefahren, noch entspannt einen Tag vorm großen Streik. Schalsuche und Sushi am Bahnhof, dann auf der rp15 einchecken und im Hof gemütlich in den Abend geplauscht. Könnten drei schöne Tage werden.