Oktober 27, 2014 0

230/365: (W)eile

By in 365

eier

Noch zwei Tage Antibiotikum, dann ist zumindest das mal durch. Ohne Schmerzmittel geht es allerdings doch noch nicht. Die Heilung aber läuft.

Oktober 26, 2014 0

229/365: Tschüss Twitpic

By in komische Menschen

tv

Februar 2009 war´s, als ich mich bei Twitter anmeldete. K., deren Blog ich seit einiger Zeit las und mit der ich einen sehr netten Kontakt hatte, hatte ihren Twitter-Account irgendwo in ihrem Blog erwähnt oder verlinkt, ich guckte also nach und war einigermaßen verwirrt von dem, was ich zu sehen bekam. Wozu man kleine Nachrichten auf eine Seite schrieb, erschloss sich mir nicht, aber ich war neugierig geworden, also meldete ich mich ebenfalls dort an und nannte mich in Anlehnung an die Zeichentrickserie “Frau Elise”.

Twitter 2009 hatte mit dem, wie man es heute kennt, so rein gar nichts zu tun, vor allem aber war die Stimmung eine ganz andere. Einfach so den ganzen Alltagsquatsch irgendwo reinzuschreiben, das hatte es bis dahin nicht gegeben und so taten alle, die sich hier angemeldet hatten, nicht anderes als genau dieses, heummungslos und völlig entfesstelt. Natürlich hatte ich vorher schon gebloggt und war auf Portalen wie single.de unterwegs gewesen, wo sich einige Leute mächtig Mühe mit ihren Profilen gegeben hatten und wo in den Diskussionsforen, die durchaus Ähnlichkeit mit der späteren Twitter-Timeline hatte, Ping Pong gespielt wurde. Doch damit war 2005 Schluss gewesen, leider, denn es war recht unterhaltsam. Alle kannten sich früher oder später mal mehr oder weniger, die einen hatten außerdem mit den anderen was am Laufen und nochmal andere fanden irgendwann später dann endlich heraus, mit wem derjenige, mit dem sie was am Laufen gehabt hatten, parallel noch was anderes am Laufen gehabt hatte. Kurz, die Diskussionen wurden recht emotional geführt und es war ein großer Spaß und ungefähr das, was man dann später auf Twitter erleben durfte. Bis heute übrigens, ich nenne keine Namen.

Als ich bei Twitter anfing, gab es dort keine Unternehmen, keine Berater und überhaupt auch niemanden, der dort auch nur irgendwie auf die Idee gekommen wäre, anderen etwas verkaufen zu wollen. Man sprach noch von “Web 2.0.”, stritt sich darüber, ob es “der” oder “das” Blog hiess, die re:publica fand im Friedrichstatt-Palast statt und sogar die Twitter-Parties waren richtig cool. Veganer gab es auch keine. Twitter war damals fast so schön wie ello heute. Profilprofilierung gab es auch nicht, denn hier war jeder anonym und achtete auch darauf, es möglichst zu bleiben, bei dem Quatsch, den man in seine Timeline schrieb, war das auch ratsam. In den ersten zwei Jahren durfte in Konstanz jedenfalls keiner wissen, dass ich bei Twitter war. Als Avatar hatte ich das Bild einer schwarzen Katze, ein eigenes Foto zu nehmen, das wäre auch völlig uncool gewesen. Machte man einfach nicht. Erst als mich die @buschheuer als “irre Katzenfrau” bezeichnete, war damit Schluss.

Geschrieben wurde über den Rechner, denn Smartphones hatten nur die wenigsten und Apps und Twitter-Clients gab es ja sowieso keine. Wollte man über das Handy twittern, schickte man einfach eine SMS an eine bestimmte Nummer – vorausgesetzt, man hatte es geschafft, das Handy mit dem Twitter-Profil zu connecten, was gar nicht so einfach war. Wer eine neue Mobilnummer hatte, musste sich außerdem einen neuen Twitter-Account zulegen, wenn er weiterhin über das Handy twittern wollte, denn die verbundene Nummer zu ändern war unmöglich.

Was aber ging: Fotos posten! Und das war mehr als genial, denn bisher konnte man eigene Fotos höchstens im eigenen Blog oder auf flickr veröffentlichen. Das tat ich bis dahin natürlich auch, sie aber über Twitter zu posten war cooler, weil es die Reaktionen nun viel schneller gab. Vorausgesetzt natürlich, jemand klickte auf den geposteten Link, denn natürlich waren die Bilder damals nicht direkt in der Timeline eingeblendet. Dafür gab es ja Twitpic. Und das funktionierte so: Man lud das Foto von der Digitalkamera auf den Rechner, bearbeitete es und lud es auf Twitpic hoch. Twitpic schickte dann automatisch einen Link und den entsprechenden dazu geposteten Kommentar an Twitter als Tweet. Das war etwas umständlich, aber es funktionierte. Und es machte superviel Spaß, denn Bild und Text liessen sich nun unkompliziert miteinander verbinden und ich fand das mehr als großartig.

Die meisten meiner Twitpics waren alles andere als gut, es waren eben Schnappschüsse und es sollte vor allem aber auch gar nicht viel mehr sein. Ich knipste sie mit einer digitalen Kompaktkamera, ab 2010 dann mit meinem ersten Smartphone. Irgendwann gab es dann auch endlich entsprechende Apps, mit denen man direkt posten konnte. Natürlich fotografierte ich parallel auch mit einer digitalen Spiegelreflex, aber das war etwas ganz anderes und ich wäre gar nicht erst auf die Idee gekommen, diese Bilder für Twitpic zu verwenden. Professionalisierung, das war damals nicht wichtig, der Spaß war es.

Dann kam irgendwann Poladroid. Und dann kam Instagram. Und nun passierte etwas entscheidendes: Es war nicht mehr die Spontanität oder die Möglichkeit, andere am Alltag teilhaben zu lassen, die wichtig war – nun war es die Inszenierung. Und das konnte man auf einmal aber überall im Netz feststellen und wenn man sich heute auf Twitter oder Instagram bewegt, ist es manchmal fast unerträglich geworden. Natürlich bin ich davon irgendwie ein Teil und nutze das auch für meine Zwecke, immerhin mache ich ja beruflich was mit Internet und Text. Warum auch nicht. Aber manchmal, da hätte ich gerne 2009 zurück, die Zeit, als man richtig schlechte Fotos ins Netz stellte und mit anderen dabei einen wahnsinnigen Spaß hatte und als Twitter noch so war, wie es sein sollte.

Vor zwei Tagen hat Twitpic zugemacht. Neue Fotos können nicht mehr dort veröffentlicht werden, die alten Streams bleiben aber noch erhalten, wer mag, kann sich außerdem seine Fotos einfach herunterladen.

Oktober 25, 2014 0

298/365: Limonade

By in 365

limonade

Im Blog ein wenig Ordnung gemacht und dabei gedacht, ich sollte künftig wieder mehr Text als Foto veröffentlichen und dann überlegt, dafür vielleicht ein neues Blog einzurichten. Dann aber ins Archiv geguckt, das ja bis 2009 zurück geht und nun gedacht, dass es doch eigentlich auch wieder schade wäre, das hier ein wenig aufzugeben, es ist ja alles ist so schön gesammelt und ich bin ja auch nicht anders, nur weil ich vielleicht mal wieder mehr Lust auf das eine oder andere habe und außerdem ist das ja alles eigentlich nur für mich und nicht für andere. Es bleibt also also alles wie gehabt.

Ein paar Fotos von der noch immer bestehenden alten Seite rübergezogen, aber jetzt ist das erste Jahr fototechnisch auch endlich komplett und das ist schön. Das Theme schliesslich noch geändert, jetzt ist es wieder so, wie es schon lange war und überhaupt, nachdem nun auch Hinz und sogar Frau Kunz ein Theme von E. gewählt hat, mochte ich es nicht mehr, zumindest hier nicht, es muss ja nun wirklich nicht immer alles gleich aussehen.

Abends beim Fernsehen in der Stones-Doku auf Vox hängengeblieben. Alte Männer, die einfach immer ihr Ding gemacht haben und sich dabei treu geblieben sind und sogar jetzt noch Spaß an ihrer Sache haben, das ist beeindruckend. Genau so sollte man es machen.