Mai 5, 2017 Off

WMDEDGT im Mai 2017

By in WMDEDGT

Und dann muss man ungefähr 99 Jahre lang bloggen, um endlich mal bei der schönen Blogger-Aktion von Frau Brüllen mitzumachen. Am jeden 5. eines Monats fragt sie uns nämlich: Was macht Du eigentlich den ganzen Tag? Tagebuchbloggen vom Feinsten also, ganz genauso wie früher. Also das Früher, als Leute noch nicht im entferntesten daran dachten, dass man aus einem Blog einen Beruf machen könnte und daher einfach so schrieben, als würde das alles kein Mensch lesen. Die Infos zur Aktion und die Links der anderen Teilnehmer gibt´s bei Frau Brüllen im Blog.

Aufgewacht um sieben. Zum ersten Mal seit einer Woche habe ich mehr als drei Stunden am Stück geschlafen und das sogar erstaunlich gut. Drei Stunden sind zwar keine vier oder fünf, die Schulter ist auch noch immer nicht gut. Aber eben besser, so dass nun Schmerztabletten und Wärmflasche nachts funktionierten und mir mehrer Stunden Schlaf am Stück schenkten. Ich liege also wach im Bett und versuche, in die Schulter hineinzufühlen, um herauszufinden, wie es heute ist. Der Schmerz strahlt ein bisschen weniger als noch vor ein paar Tagen in den Arm hinein, wo ich kaum wusste wohin mit diesem Ding. Gut. Naja, gut nicht, aber zumindest besser. Der Kater kommt, schleckt mir alle Finger und die Nase ab, bevor er mir in den  Zeh beißt. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass er fressen will. Weil der Mann noch in Hamburg ist, also aufstehen, den Kater füttern und danach nochmal zurück ins Bett und weiteres In-die-Schulter-fühlen. Und wieder einschlafen. Schlafen ist so gut, wenn man seit Wochen und Tagen immer nur müde ist.

Bis um acht. Duschen, Zähne putzen, anziehen, Haare föhnen, dann Kaffee und Zeitung auf dem Küchensofa. Ab Viertel vor acht nochmal schnell durch die obere Etage sausen, aufräumen und die Küche machen. Es ist Freitag – da kommt nämlich A., unsere Putzfrau.

Schlag neun ist sie dann auch da, wir quatschen über ihr neues Auto, den Besuch meiner Eltern letzte Woche und dass ich neue Küchenrolle kaufen soll. Pro Putzen verbraucht sie davon etwa eine ganze Rolle und ich habe mir angewöhnt, dazu nichts zu sagen, außer dass ich ab und an mal keine neue kaufe und dann sage, sie könne auch problemlos Geschirrtücher nehmen, von denen wir ungefähr 10.000 haben und die man dann einfach in die Waschmaschine…. aber egal. Heute bin ich müde, also sage ich, dass ich am Wochenende einen Großpack Küchenrolle kaufen werde. Ich verziehe mich nach unten, räume im Schlafzimmer meinen Klamottenberg weg, mache das Bett, checke noch schnell das Bad und setze mich im Büro an den Tisch. Heute ist Homeofficetag, ich will mir zwei ERP-Programme näher angucken, außerdem noch an einer neuen Strickanleitung herumfeilen und ein paar Maschenproben machen.

Bis um elf arbeite ich, dann meldet sich die Schulter wieder und ich verliere die Lust am Arbeiten. Außerdem habe ich Hunger – ich hatte ja noch kein Frühstück bis auf meine Schmerztablette und den Kaffee. Lange am Schreibtisch sitzen ist momentan eine Qual. Genauso wie das Arbeiten mit dem einen der beiden Programme. Das synct nämlich nicht mit Woocommerce, was es eigentlich sollte. Also habe ich einen nervigen Chat mit einer Simone, die vermutlich ein Bot ist. Simone sagt, das Nicht-Syncen läge an den SKU-Nummer, warum ich denn keine habe. Dabei habe ich welche, ich habe sie ganz genau gesehen. Simone meint, das wären keine und ich müsse sie daher von Hand ergänzen, in jedem einzelnen Produkt und seinen Varianten, hahahahahaa, ferner müssse ich außerdem alle meine Produkte von Hand ins System einpflegen, hahahahahahaha! Ich flippe ein bisschen aus, auch, weil Simone auf jede meiner Fragen erst nach etwa zehn Mnuten antwortet, was die Sache ein bisschen in die Länge zieht. Simone aber schweigt gerade beharrlich, also ziehe ich in den Whatsapp-Chat mit meinem Mann um und flippe halt da ein bisschen weiter aus, der Mann sitzt nämlich schon im  Zug von Hamburg nach Köln und muss das ertragen. Was soll er sonst auch machen, im Unterschied zu Simone kann er ja nicht weg. Bis zwölf geht das so weiter: Ich frage Simone etwas, sie antwortet nicht, ich schimpfe im Chat mit meinem Mann, dann beantwortet sie mir die Frage, die ich vor einer Stunde hatte, ich frage also, ob sie denn auch mal meine neue Frage beantworten könne und so weiter und so fort. Scheiß Bots. Also erkläre ich Simone, dass ich nun weg muss und  dass ihr ERP Schrott und das der Konkurrenz viel besser sei. Das sitzt hoffentlich, diese Sprache versteht sicher auch Simone. Diese bedauert das sehr und bietet mir nun an, meine Fragen an den Kundenservice weiterzuleiten, gerade so, als sei sie selber keiner. Ich will lieber nicht darüber nachdenken, denn sonst könnte vielleicht mein Gehirn platzen. Außerdem ist A. nun mit der Wohnung fertig und verabschiedet sich, Zeit also für einen zweiten Kaffee. Und für Frühstück. Es gibt Knäckebrot mit Lyoner, bevor ich mir das zweite Programm vornehme, um zu gucken, ob es wirklich so viel besser ist.

Um eins klingelt es und Hermes bringt mir meine Bestellung, auf die ich seit Tagen warte. Ein wirklich wiesengrüner Trenchcoat, mega Farbe, toller Schnitt und das alles in meiner Größe. Das Ding ist ein Knaller. Ich liebe diesen Trenchcoat. Bis um zwei Uhr weiteres Herumklickseln am Rechner mit dem anderen ERP, so richtig voran geht es aber auch hier nicht. Dann mag ich nicht mehr, die Schulter, der Rücken, das Sitzen, mir reicht es. Ich gehe nach oben, mache mir eine heiße Wärmflasche und stricke eine Stunde am aktuellen Projekt herum.

Um drei Uhr mag ich auch nicht mehr stricken, die Schulter, der Rücken, das Sitzen und so weiter, also fahre ich mit dem Rad zum Einkaufen. Im neuen grünen Froschmantel natürlich und mit hocherhobenem Haupt, ich liebe diesen Trenchcoat, aber das schrieb ich ja bereits. In der Sülzburgstraße zu Werners, meiner Lieblingsmetzgerei, ich kaufe Rippe, Beinscheibe und Knochen vom Rind, dann in die Apotheke und Nachschub an Schmerztabletten kaufen, sicher ist sicher. Die Leute lachen mich alle nett an, klar, so einen schönen Frosch trifft man ja selten mitten in Köln.

Um vier bin ich wieder daheim, ich habe keine Lust mehr auf Büro, also fange ich mit der Suppe an. Fleisch und Knochen werden im kalten Wasser angesetzt und aufgekocht. Derweil röste ich halbierte Zwiebeln in einer Pfanne kräftig an, schneide ein gute Portion Suppengemüse und Knoblauch klein und bereite die Gewürze vor – Lorbeer, Wacholder, Nelken, Piment und eine Chili-Schote. Als das Wasser kocht, hebe ich den heraustretenden Schaum mit einem Sieb ab, bis keiner mehr nachkommt, dann kommen Gemüse und Gewürze mit Salz in die Brühe, wo alles gemeinsam etwa zwei Stunden lang kochen muss. In der Zwischenzeit weiteres Gewurstele am Rechner und Chats mit dem Mann, der mittlerweile wieder in Köln ist, aber erst noch ins Büro nach Hürth muss. Und mit meiner Mutter, der ich vom Froschmantel erzähle. Sie hat den gleichen, aber in Beige.

Gegen fünf kommt der Mann nach Hause, wir trinken gemeinsam einen Kaffee und quatschen auf dem Küchensofa, immerhin haben wir uns seit Mittwoch nicht gesehen. Er findet den Froschmantel super, meint aber, er sei sehr grün und ich solle mich damit mal besser nicht im Gartencenter blicken lassen, sonst könne man mich mit einem Mitarbeiter verwechseln. Gemeinsam basteln wir schnell an einer Sache am Shop herum, ich bleibe noch ein bisschen im Büro, während er oben schon mal die Kartoffeln aufsetzt.

Um sechs ist die Suppe fertig. Ich gieße alles ab, um eine klare Brühe zu bekommen, löse das Fleisch von den Knochen und koche Meerrettich-Sauce, die wie immer, wenn ich Meerrettich-Sauce koche, am Ende auf einmal in der etwa achtfachen der eigentlich geplanten Menge da ist, weil ich mich wie immer mit dem Mehl bei der Mehlschwitze vertan habe. Ist das Gleiche wie beim Grießbrei. Wir essen gemeinsam, erst ein kleines Schälchen Brühe, dann Kartoffeln, Rind und die leckere Sauce.

Um halb sieben ist der Mann hundemüde, auch er hat die letzten Tage nur wenig geschlafen und die nächsten Tage werden wohl auch nicht besser werden, weil bis Mittwoch noch Shows gemacht werden müssen. Er lässt sich ein Bad ein, vermutlich werde ich ihn erst in drei oder vier Stunden wieder sehen. Ich räume die Küche auf – ein riesen Topf Brühe ist noch da, mit dem ich morgen vielleicht eine Griessklößchensuppe machen könnte. Außerdem Sauce, also sehr viel Sauce. Und Fleisch auch, morgen muss ich wohl nicht kochen.

Es ist sieben Uhr, drüben bei Frau Brüllen haben die ersten ihre Beiträge verlinkt und ich frage mich, was die Leute denn nun den Rest des Tages machen. Gehen die jetzt schlafen? Ich werde, sobald ich den Text hier fertig habe, jedenfalls noch ein fertig gestricktes Tuch vernähen und ein bisschen an der Anleitung herumschreiben, außerdem liegt da das Strickzeug, an dem ich weitermachen muss, denn das Projekt ist ebenfalls für den Shop gedacht. Wäre das mit der Schulter nicht so nervig, würde ich außerdem im Büro ein bisschen weiter arbeiten, abends und nachts mache ich das ganz gerne. Hallo Schulter, Hallo Daniela, Hallo Müdigkeit. Ja, vermutlich sollte ich darüber mal nachdenken.

Halb sieben, draußen feines Wetter mit Sonne, der Kater liegt der Länge nach auf dem Boden und freut sich darüber, dass ich ihm eine Schale mit Rindfleischresten hingestellt habe. Ich schreibe den Text fertig und frage mich, wer das alles lesen soll und ob das alles jemanden interessiert und ob da draußen überhaupt jemand weiß, dass es dieses Blog hier noch immer gibt. Aber egal, blog like nobody`s watching, oder?

 

März 11, 2017 Off

Funkenregen

By in 365

 

Heute zusammen den Laden genauer inspiziert und vermessen. Ein bisschen geschrumpft ist er seit der ersten Besichtigung, während die Liste, was alles zu tun ist, nur immer weiter wächst, denn der Laden wurde in den letzten Jahren wohl nicht mehr so richtig gut behandelt. Dafür gibt es nicht nur wie gestern gezählt 33, sondern 35 Steckdosen. Und einen schönen Funkenregen hat der Mann auch schon gezaubert, als er einen der Stecker in eine der Steckdosen steckte. Und trotzdem: Ich freue mich wie bekloppt.

Januar 11, 2017 Off

11. Januar 2017

By in Katzenstories

Die neue Fotobox gerade aufgebaut und zack…

Dezember 16, 2016 Off

Im Korb

By in 365

Seit momentaner Lieblingsplatz. Die Wolle hab ich halt erstmal auf den Boden geworfen, Katze geht vor. Außerdem: Gerechnet und geplant.

Dezember 14, 2016 Off

Einhorngalopp

By in 365

einhorn

Das hat ja wieder gut geklappt in diesem Jahr mit dem 365-Projekt, also so ungefähr überhaupt nicht. Und das ist schade, denn nichts ist schöner, wenn nach und nach eine riesige Sammlung an Momenten entsteht. An eigenen Momenten.

Das hier war jedenfalls heute im Büro. Sobald der Weihnachtsrödel rum ist, geht die Sucherei nach anderem Raum wieder los – ich brauche einfach mehr Platz. Und schöneren!

Oktober 27, 2016 Off

November 2007

By in 365

scheveningen

2007 war ich im November schon mal da. Ein grauer, trüber Tag, kalt und windig, die Promenade lag im Winterschlaf. Einzelne Spaziergänger am Strand, alle gehörten irgendwohin und ich stand da alleine auf der Mole und guckte aufs Meer. Später noch ein paar Schritte bis ans Ende der Promenade, wo nur noch ein Trampelpfad hoch in die Dünen führte. Fritten auf die Hand und dann zurück mit der Bahn in die Stadt auf das Hausboot. Stille Tage, aber schöner war es ja auch nicht.

Merken

Merken

Merken

Merken