Priemeln, Planen, Plastikfolien

Ja und dann wäre da noch der Balkon. Und als wir am Sonntag vom Bodensee zurückgekommen waren, sah dieser längst nicht so idyllisch aus wie hier auf dem Foto. So war der Boden komplett mit einer Schicht weißem, staubigen Putz und Putzbröckeln überzogen. Über die gesamte Fläche. Dazu überall neue rostige Nägel in einer Länge von gut acht Zentimetern (Aktueller Zähler: 15 8cm-Nägel und ein 25cm-Nagel). Außerdem: Zigarettenkippen, Kassenbons und Holzlattenteile, denn unsere Handwerker sind da durchaus sehr kreativ und schauen, dass wir stets Abwechslung haben. Die leeren Colaflaschen haben sie allerdings bisher immer nur ins Gebüsch vorm Haus geworfen, aber das kann ja noch werden. Immerhin haben die Herren Dachdecker nach rund vier Wochen des intensiven Insistierens nun aber eine Schutzplane am Baugerüst über unserem Balkon befestigt, so dass die Wahrscheinlichkeit, von herabfallenden Dachziegeln, Werkzeugen oder Riesenzimmermannsnägeln erschlagen zu werden, ein wenig geringer geworden ist. Insgeheim habe ich die Herren im Verdacht, dass sie das Ding auch deswegen befestigt haben, um mich nicht mehr sehen zu müssen, wenn ich morgens im Pyjama auf den Balkon stürme, um sie anzubrüllen.
Die blaue Plane des Grauens? Nun, die hängt noch. Vermutlich aber nur noch bis Ende nächster Woche, denn Ende August soll ein professioneller Sichtschutz aus Milchglas und Metall befestigt werden und unser Nachbar hat sich bereit erklärt, dann sein blaues Wunderding abzuhängen. Wir sind gespannt.
Was die übrigen Bauarbeiten angeht, gibt es wenig Gutes zu vermelden, denn da kommt noch einiges auf uns zu: Da wären noch die restlichen Fliesen auf der Vorderfront des Hauses, die vermutlich nächste Woche mit Presslufthammern abgemeißelt werden sollen. Anschließend wird isoliert, gespachtelt und verputzt. Und mit etwas Glück werden auch unsere Fensterrahmen wieder repariert, die durch herabfallende Fliesen beschädigt wurden. Denn leider wurden unsere Fenster erst mit der Schutzfolie verkleidet, nachdem man mit dem Abmeißeln fertig war. Vermutlich, damit wir in unserem Wohnzimmer ersticken. Lüften war so nämlich nicht mehr möglich, der Innenraum war praktisch hermetisch abgeschlossen von der Außenwelt. Weil uns das irgendwie seltsam vorkam, haben wir die Folien nach drei Wochen dann aber selber abgehängt und können seitdem auch wieder atmen, wenn wir uns in unserem Wohnzimmer aufhalten.
Dem noch nicht genug, denn da wäre dann noch der Balkon über uns, der teilweise abgerissen werden soll. Die gute Nachricht: Der Schutt soll nicht, wie uns neulich einer der Herren Bauarbeiter erklärte, auf unseren Balkon geworfen, um dann durch unsere Wohnung abtransportiert zu werden, nein, sie stellen einfach ein Riesengerüst auf unserem Balkon auf, um dann eine Riesenplane zu spannen, in der der Schutt dann aufgefangen werden kann. Ist doch toll, oder?

 

2 comments

  1. Kiki

    Man könnte lachen, wenn es nciht so zum heulen wäre. Allein der mangelhafte Sommer tröstet vielleicht ein wenig: wer will schon im regen auf dem Balkon sitzen?

    Was die Bitte nach Kommentaren im Blog angeht: Vergebene Liebesmüh. Die Leute unterhalten sich dort über das, was sie bewegt, wo es ihnen gefällt. Für Facebookseiteninhaber und WordPress-System Blogger gibt es immerhin ein Plugin, das die beiden Kommentarwelten im Blog vereint. Was auf Google+ oder Twitter noch kommt, ist aber verloren.

    • Frau Elise

      Ja, unser erstes Jahr in der neuen Wohnung ist balkontechnisch nicht ganz so super gelaufen… immerhin ist ab 17 Uhr jeweils Ruhe und an den Wochenenden auf und wenn man dann erstmal den ganzen Kram weggeputzt hat, ist es doch recht schön da draußen….

      Das mit den Kommentaren – ich glaube auch nicht, dass es wirklich klappt, aber ich versuche es mal. Für Twitter habe ich so ein Plugin gefunden, wenn jemand was zum Artikel (mit Link) schreibt, dann sollte das hier reinlaufen. Bei FB finde ich das eher heikel, weil ja die meisten auf privat geschaltet sind. Werde vermutlich auch den Like-Button (unabhängig davon) rauswerfen.