19 Comments

  1. Lange habe ich keinen Text über Köln mehr so gerne gelesen. Danke! Kurz musste ich schlucken, als ich das mit dem See und dem Alpenpanorama las, aber dann merkte ich, dass Du da schon wieder am Bodensee warst und nicht mehr in Köln. Für Bruchteile von Sekunden sah ich mich schon auf gepackten Umzugskisten sitzen, auf dem Weg nach Sülz. Und das, obwohl ich Nippes trotz des lustigen Namens, der es auf manche Rangliste geschafft hat, so schnell nicht mehr verlassen möchte. Eine Anmerkung aber vielleicht doch, denn ich glaube, Köln hat in einem Fall ein wenig Ehrenrettung verdient: Diese Stadt ist nicht schön, das ist sicher richtig, und es gibt auch nur wenige Kölner, die das bestreiten, ganz gleich, wie sehr sie ihre Stadt lieben. Nicht richtig aber finde ich anzunehmen, das läge an der (Nachkriegs)Architektur. Sicherlich gibt es auch da einige Bauten, die nicht hätten sein müssen, aber gerade in Köln gibt es auf der anderen Seite auch einige Prachtexemplare aus dieser Zeit. Das Hässliche dieser Stadt liegt leider an anderen Dingen, an der fehlgeleiteten Verkehrsplanung etwa, den Baustellen, und vor allem: am Dreck. Köln ist, pardon, eine der schmutzigsten Großstädte in Deutschland, was nicht nur auf der Straße, sondern auch und vor allem an Gebäuden sichtbar wird. Und dadurch wird selbst großartige Architektur schlicht entstellt. Und: Ich würde den von Dir zitierten Satz gerne ein wenig umformulieren. Mit „Köln ist schön“ meinen die Kölner eigentlich: „Wir lieben unsere Stadt vor allem dafür, dass wir hier wohnen.“ ;-)

  2. Ganz zauberhaft, danke! Ich habe Verwandte 2. Grades im Sülzgürtel wohnen, aber war nie dort. Jetzt kann ich mir ein Bild machen. :)

  3. Jaha, das mit der Demo hat mich tatsächlich eine schlaflose Stunde gekostet. Weil ich musste beim Einschlafen immer an die Demo einer vermutlich einzelnen Person denken, die da im Sprechchor „suelz-koeln.de ist doof“, „kluelz ist oberdoof“, „nieder mit suelz-koeln.de“ oder so auf der Sülzburgstraße vor sich hin protestiert und dann laut losprusten vor Lachen. So schläft man natürlich schwer ein.

  4. Och, Sülz, toll, da ist es doch so schön!

    :)

    (Ich durfte ein paar Monate in der Berrenrather arbeiten, bevor die Firma umgezogen ist. Die paar Monate reichten, dass ich nun neben der Südstadt noch ein zweites Lieblingsveedel habe.)

  5. @Trotzendorff: Nein, nein, ich bin die ganze Zeit in Köln gewesen – vor eineinhalb Jahren bin ich vom See hergezogen und auch seitdem hier geblieben :) Und was die Stadt angeht: ich glaube, die Kölner sind durch ihre Geschichte einfach unwahrscheinlich pragmatisch geworden – Hauptsache, es geht voran. Vermutlich auch daher der ganze Dreck in der Stadt….

  6. @Kiki irgendwo wurde in den letzten zwei, drei Wochen im Stadtanzeiger ein Artikel über Sülz veröffentlicht, der beschreibt das vielleicht noch besser. Ich hab den den nur gestern nicht gefunden – wenn ich ihn habe, verlinke ich ihn aber noch :)

  7. @kluelz Was ich an der ganzen Sache nicht verstehe: Er muss doch merken, dass das jeder mitbekommt, auch das, was er da bei Twitter macht – das kann doch nicht sein, dass jemand so in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden möchte? Sagt ihm das denn niemand, dass er sich damit selber schadet? Schwierig. Und auch traurig.

  8. Oh, wie schön, diese Liebeserklärung an eine Heimat! Ich habe in Köln gelernt, daß es kein »igitt« gibt, kein »wie schrecklich« und kein»da will ich nicht tot überm Zaun hängen«, sondern nur »man musset möögen!« Und wenn man’s dann mag, dann wohl richtig.

  9. Estezeh

    Ich glaube, der arme Mann ist sehr, sehr einsam und sehr, sehr froh, wenn ihn überhaupt jemand wahrnimmt. Schade, es gibt doch auch für solche Menschen viele schöne, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen.

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