Geradelt: Der Felsengarten von Fort VI, ekliges Eis in Buschbell und eine Hunderennbahn
Und weil das Wetter gestern herrlich war, waren wir wieder auf dem Rad unterwegs – die Tour diesmal war 30 Kilometer lang.
Zunächst ging es zum Fort VI am Decksteiner Weiher. Das Fort war 1873-1876 gebaut worden, als man rund um Köln einen Festungsring angelegt hatte, im Fort VI selber war ein Fuß-Artillerie-Regiment untergebracht. Ein großer Teil des Forts wurde in den 20er-Jahren im Zuge der Entmilitarisierung geschleift und somit dem Erdboden gleichgemacht. Zwischen Fort und Straße entstanden Sportplätze, während das Fort für Umkleidekabinen und Bandproberäume genutzt wird – gestern wurde überall Fußball gespielt und aus den Kellern hörte man Ska… So sieht Fort VI derzeit aus:


Konrad Adenauer, in den 20er Jahren Oberbürgermeister in Köln, hatte dafür gesorgt, dass aus den ehemaligen Festungs-Rayons im Zuge der Schleifung mit Hilfe von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Grüngürtel mit seinen vielen Parkanlagen angelegt wurde – ein fast geschlossener Halbkreis rund um Köln mit vielen Wäldern, Weihern, Parks, Grün- und Kleingartenanlagern. Auch der Decksteiner Weiher entstand in diesen Jahren – entworfen hatte ihn der Stadtplaner Fritz Schumacher (1869-1947), fertig gestellt wurde er 1925 vom Gartenbaudirektor Fritz Encke (1861-1931).
Ebenfalls aus dieser Zeit stammt der kleine Felsengarten neben dem Fort, der 1923 eröffnet wurde. Dafür wurde eine 20 Meter tiefe künstliche Schlucht mit kleinen Pfaden und einer Aussichtsplattform angelegt, von der aus man in die Schlucht und zum nahen Decksteiner Weiher schauen kann:

Der Garten verfiel allerdings bald und verwilderte, bis er 2001 schließlich von Schülern saniert wurde. Im Stadtanzeiger erschien dazu ein Artikel als Auszug aus dem Buch “111 Kölner Orte, die man gesehen haben muss”. Viele weitere der 111 Orte werden übrigens hier aufgelistet. Es gibt auch eine von der Stadt Köln empfohlene Forts-Radtour, für die man sich die GPS-Daten praktischerweise aufs Handy laden kann. Die Tour steht auch schon auf unserer Liste.
Wir fuhren erstmal am Militärring weiter durch den Wald…

… durch Lindenthal und Braunsfeld bis nach Müngersdorf, dort über die Aachenerstraße über Lövenich bis Königsdorf. Das letzte Stück ist etwas gemein, denn es geht über eine lange Strecke langsam, aber stetig bergauf. Dann bogen wir ab nach Buschbell, der Berg wurde nochmal ein wenig steiler, dafür aber wurden wir oben mit einem tollen Blick auf Köln belohnt – mit Dom und Fernsehturm, was man hier auf dem iPhone-Foto allerdings nicht so sehr gut sieht:

In Buschbell wollten wir Eis und wir landetn im Eiscafe Portofino, doch das war ein Fehler – die Terrasse ist nicht nur hässlich, sondern war bevölkert von schreienden Kleinkindern, einer Horde Rauchern und Leuten, die Adiletten und Kniestrümpe zum kurzen Rock trugen. Es gab die Standard-Eiskarten “Spaghetti”, “Joghurt” und “Trinkschokolade”, die wir in glaube ich schon vier anderen Kölner Eisdielen so bekommen hatten, dazu lieblos serviertes Billig-Eis und die weltekligsten Toiletten – wir waren froh, als wieder weg waren.
Nach dem Eis ging es entspannt den Berg hinunter nach Frechen, wir radelten einmal quer durch die Fußgängerzone, vorbei am alten Rathaus, an der STAR-Tankstelle und am Keramion, dem wohl seltsamsten Museum Deutschlands, an dem wie immer weit und breit kein Mensch zu sehen war. Weiter durch die Bonnstraße, dort bogen wir ab in die Kölner Straße und fuhren durch Sieldorf vorbei am Sielsdorfer Gänsehof, wo ich dieses Jahr vielleicht eine Martinsgans holen will, und am Herrmannshof, wo die Schweine draußen auf der Wiese herumrennen dürfen. Wir radelten durch die Kornfelder…

… machten schließlich ein Schlenker zur Hunderennbahn, fuhren noch eine Runde um den Decksteiner Weiher und schließlich wieder nach Hause. – 30 Kilometer.
Und gleich geht´s wieder los: Diesmal zum Schloss Türnich in Kerpen.

Diese Radtour von @Frau_Elise können wir unseren Gästen sehr empfehlen… außer das Eis natürlich :) http://t.co/ufq5uOM2 #inspiriertvondir