Tag 10 – Kopenhagen: Rumradeln, seltsame Restaurants und Achterbahnfahren

Und gestern sind wir ziemlich viel herumgeradelt, einfach immer der Nase nach. Radeln ist in Kopenhagen das große Ding und besser als vom Rad aus kann man eine Stadt sowieso nicht erleben. Die Tasche über die Schulter werfen, den Schal festzurren und ein Pornogesicht auflegen und los geht`s. Das Kastellet angucken, auf dem echte Soldaten mit echten Gewehren rumlaufen und aufpassen, dass bloß nichts passiert. Im Hintergrund das ECHTE Traumschiff am Hafen, also das, das immer im ZDF rumfährt. Am Schloss Amalienborg bei der Wachablösung zugucken, wie die einen Männer mit bekloppten Fellmützen von anderen Männern mit bekloppten Fellmützen abgelöst werden. Dann einmal quer durch die Stadt und raus nach Christiania, einen Kaffee trinken, was man da normalerweise ja eher nicht so macht, aber die Leute waren trotzdem nett zu uns, auch wenn einige da ganz schön hinüber aussahen. Nur so viel dazu aber: Mein Rad stand versehentlich eine Stunde unabgeschlossen herum und danach war es immer noch da. Mittagessen in einem Restaurant, in dem es tolle Salate geben sollte, leider bekamen wir erst nach einer halben Stunde mit, dass man an der Theke bestellen musste, um dann noch eine weitere geschlagene Stunde aufs Essen zu warten und weil es da sehr kalt war, hatten wir in der Zwischenzeit blaue Lippen, und dann kam das Essen und das vom Mann war völlig verbrannt, kein Wunder, wenn es eine Stunde unterm Salamander steht oder was auch immer die damit gemacht haben. Ein bisschen schlafen im Hotel und dann nochmal raus ins Tivoli, einem der ältesten Vergnügungsparks der Welt, in dem sich Walt Disney alles für sein später gegründetes Disneyland abgeguckt hat. Statt Micky Maus gibt es den Petzi Bär, doch den haben wir leider nicht gesehen, nur einmal als kleine Statue, immerhin, ins Petzi-Bär-Café wäre ich noch gerne gegangen, aber der Mann hat mich einfach daran vorbeigezerrt, der spinnt ja. (Nachher muss ich mal noch googlen, ob es Petzi-Bär-Nachttisch-Lampen gibt.)
Ja und dann die Achterbahn. Als Kind bin ich ein paar Mal in einem belgischen Freizeitpark gefahren, im Bobbejaanland, allerdings ohne Loopings, das war`s dann aber auch mit meiner Achterbahn-Erfahrung. Der Mann hat mich daher zum Warmwerden erstmal in die Holzachterbahn gezerrt, wo dann diese schöne Foto oben entstand – wie man sieht, waren wir ziemlich begeistert. Später fuhren wir noch mit der großen Achterbahn, die zwei oder drei Loopings fährt und ein mords Tempo vorlegt, doch davon hab ich gar nicht viel mitbekommen, denn ich habe während der 50 Sekunden Fahrt einfach mal so gar nicht hingeguckt und schon gar nicht geatmet, ich bin ja nicht verrückt.
Hinterher Abendessen, was aber gar nicht so einfach war, denn auf Leute, die um zehn noch essen wollen, ist man in den Tivoli-Restaurants nicht wirklich eingestellt, mit Ach und Krach haben wir noch ein japanisches Buffet mit arroganten Kellnern gefunden, die vor allem im Weg herumstanden, wenn die Gäste an ihnen vorbei zum Buffet wollten. Essen-Gehen ist in Dänemark anscheinend nicht so das große Ding, ist aber auch nicht so schlimm, dafür passt meine neue Jeans nach wie vor toppitopp.
Und heute? Heute radeln wir einfach noch ein bisschen herum und dann werden wir schon sehen.

Herr @function so: “Schau mal, Schatz, was für eine herrliche Aussicht.”
Frau Elise: “WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!eins1elf”