25 Comments

  1. Die Vermischung von Fremdenverachtung und Gentrifizierunggegenerschaft ist schon eine fiese Kombination. Der Prenzlberger Schwabenhaß läßt grüßen!

  2. Also ich wohne ja nun schon relativ lange in diesem Sülz — fast 14 Jahre –, als Imi, klaro. Und diese Art von Sülzern, die Du beschreibst, habe ich auch erst vor kurzem kennengelernt und zwar zeitgleich mit Dir. Ich denke ja, das sind vereinzelte Ausnahmefälle, die es nahezu überall geben dürfte. Auf kölsch heißen die auch Kraat, auf hochdeutsch Spießbürger. Nur wenige haben nach meiner Einschätzung eine zugleich ziemlich rechts orientierte politische Gesinnung.

  3. Alexander

    Der Kölner ist halt der toleranteste Mensch der Welt, solange man nicht aus Düsseldorf kommt, auf der anderen Rheinseite lebt (Deutz! Mülheim!) oder von sonst woher kommt. Solange man immer schon auf derselben Straße (besser noch: auf derselben Straßenseite) wohnt wie der Kölner, ist man sofort beste Freunde.

  4. In Sülz ist das besonders ausgeprägt – viele der alten Häuser aus den 50ern und 60ern werden hier gerade renoviert, wo man hinguckt sind Baustellen – und natürlich werden die Wohnungen dann teurer als vorher verkauft oder vermietet, klar, die Wohnugn ist ja dann auch mehr wert. Das führt bei einigen Alteingesessenen wohl zu Neid. Kann man auf dieser einen Seite auch ganz gut nachlesen – das ist eines der Argumente, was da immer genannt wird: „Die Neuen nehmen uns die Wohnungen weg, die wir uns nicht leisten können“. Ist blöd, klar, aber wer in eine neurenovierte oder gebaute Wohnung hier in Sülz zieht, tut das ja seltenst, weil er anderen was wegnehmen will…

  5. Ich wüsste letztlich keinen Ort auf der Welt, an dem man tatsächlich mit allen dort anzutreffenden sich verstehen kann oder mag, also außer bei mir zuhause oder bei Einladungen bei guten Freunden/Bekannten. Wo man sich nicht wohlfühlt, da geht man doch einfach nicht mehr hin, zumal, wenn es massig Gelegenheiten gibt, sich an Orten aufzuhalten, an denen man sich wohlfühlt und wo man mit den Leuten zurecht kommt und umgekehrt. Dass ich nach 14 Jahren erstmalig auf eine derartige Gruppierung stieß sagt ja nun auch einiges, zumal wenn man bedenkt, dass ich zuvor schon einmal 8 Jahre in Köln wohnte, in denen mir solche Begegnungen völlig erspart blieben.

    Absolut frappierend hingegen finde ich ja, dass sie wieder Fotos und Texte klaut, wenngleich nicht bei uns. Z.T. steht dabei, dass sie diese mit freundlicher Genehmigung veröffentliche, was ihr geglaubt sei, z.T. scheint sie nicht zu wissen, dass man Fotos von Wikipedia nur unter Hinweis auf die dort benannte Lizenz veröffentlichen darf und die Angaben in der Lizenz darüber hinaus berücksichtigen muss. Sie scheint darauf zu vertrauen, dass diejenigen, die sie kürzlich beschimpfte, sie schon nicht verraten werden oder gar nicht merken, woher sie die Sachen hat. Generell gilt eigentlich: Gutes Foto = geklaut, schlechtes Foto = selbst gemacht.

    Was mich betrifft hat sie sogar recht. Ich verpetze selbst solche nicht, die mich beschimpfen oder etwas verdreht darstellen. Sie habe mich sogar besucht um die Sachen mit mir gemeinsam zu löschen, hieß es da kürzlich in einem später gelöschten Thread. Das ist zwar halbwegs korrekt, doch eigentlich hätte es heißen müssen, dass ich mich bereit erklärte und ich die Zeit opferte, die Sachen bei mir mit ihr gemeinsam zu löschen, weil sie es selbst sogar nach einer Vielzahl von Tagen allein nicht schaffte, weil sie eine Weile im Krankenhaus nur auf ihr Smartphone zurückgreifen konnte, wegen Umzugs danach noch kein DSL zur Verfügung hatte und letztlich auch gar nicht mehr wusste, was und wo sie überall geklaut hatte. Da ich vermeiden wollte, dass da die Geduld von solchen, deren Urheberrechte dort verletzt worden waren überstrapaziert wurden, bot ich mich an, was sich dann später so anhörte wie beschrieben.

    Bei ihren ersten neuerlichen Verstößen mailte ich sie gar an. Es hieß, dass sie in einem Fall die Erlaubnis für den unglaublich schlechten Scan habe, der dann aber ulkiger Weise verschwand und in einem anderen Fall folgte letztlich tatsächlich ein eigenes, schlechtes Foto nach Löschung des geklauten.

    Und statt dass sie mal in der Gruppe erklärte, wie viel sie da geklaut hatte und von wem, schrieb sie nebulös, dass die Gruppe ja gar nicht nachvollziehen könne, was da im Hintergrund so alles gelaufen sei bis hin zu Unterlassungserklärungen. Zu einer solchen an eine andere Person und von sich aus ohne Aufforderung hatte ich sie überredet um damit ggf. zu erreichen, dass der Streitwert im Falle, dass man sie ans Schlafittchen nehmen würde, sich in einem bezahlbaren Rahmen bewegt, wie ich bei einem Anwalt um sie zu schützen für sie abklärte.

    Statt einem Dank wegen der überaus nachsichtigen Behandlung ihrer Person, scheint sie nun wohl zu meinen, dass sie nun ja wisse, wie sie reagieren müsse, wenn sie nochmals erwischt werde ohne zu Bedenken, dass keinesfalls alle in ihrem Urheberrecht verletzten derartige Nachsicht an den Tag legen.

  6. Solche Leute gibt es überall, dass Menschen aber so viel Tamtam um ihr Stadtteil machen, habe ich selten erlebt. Allein schon immer die Diskussionen darum, wo denn nun genau Stadtteilgrenzen verlaufen. In Sülz ist das alles schon ein bisschen sehr speziell und ich frage mich, warum eigentlich. Sülz bietet eine ganz gute Lebensqualität, ja, gerade durch die guten Einkaufsmöglichkeiten, gut ist auch die Nähe zum vielen Grün. Aber „schön“ in dem Sinne ist es hier nicht und ein spezielles Flair wie beispielsweise die Südstadt hat Sülz auch nicht.

  7. Ja, das ist mir auch schon aufgefallen, dass wohl wieder Texte, Bilder und sogar Logos von anderen Leuten als eigene ausgegeben werden. Wie gesagt, finde ich nochmals etwas von mir, schicke ich kommentarlos eine saftige Rechnung.

  8. Mit einem Schmunzeln, das sich im laufe der Zeit zu einem breiten Grinsen entwickelt hat, habe ich den Text gelesen….Ich als Kölner (born and raised) von der vornehmlich als „falsche“ Rheinseite bezeichneten Stadthälfte stammend….bin froh das man es auch mit Humor nehmen kann…Ich liebe meine Stadt aber es gibt tatsächlich ne Menge Idis, nicht „Imis“, hier :D….Danke für den herzerfrischenden Anpfiff ;)

  9. Gentrifizierung als reines Neidproblem abzutun, greift dann doch etwas zu kurz. Aber da man wenig gegen ihre negativen Effekte ausrichten kann, sollte man sie halt einfach hinnehmen. So ist der Kölner halt, er wäre ja auch nicht glücklich, wenn er bei aller Fußballiebe nicht über den FC meckern könnte.

  10. Je nu, das mit dem Flair — eigentlich mag ich das Wort nicht — ist nicht ganz so offensichtlich wie in der Südstadt, aber durchaus im Vergleich mit anderen Stadtteilen vorhanden. Wo sich dieses Sülz nun genau befindet halte ich schon für interessant, immer wieder darüber diskutieren — da gibt es auch nix zu diskutieren — würde ich allerdings auch nicht wollen.

    Ansonsten möchte ich mit suelz-koeln.de eigentlich gar kein Tamtam machen, sondern einfach berichten. Unsere Lokalpresse schafft nämlich längst nicht alles Berichtenswerte, wenngleich immer mehr. Und da wo die Berichterstattung in der Lokalpresse aufhört, wollte ich ergänzen. Zwischenzeitlich schaffe ich allerdings auch längst nicht mehr alles. Wird irgendwie immer mehr.

    Ich mache das, weil es mir Spaß macht, jedenfalls meistens. Die Kölner Südstadt hat übrigens auch eine Stadtteilseite, nein eigentlich sogar eine Stadtbezirksseite, die ich sehr schätze: http://www.meinesuedstadt.de/ Die haben zwar viel später begonnen als ich, haben es aber, da dort sogleich eine Reihe von Profijournalisten zugange sind, es in nur zwei Jahren zu erheblich mehr Reputation gebracht.

    Dass ich, als ich zurück nach Köln zog, nach Sülz kam, war eher Zufall. Gesucht hatte ich auch in einigen anderen Stadtteilen, darunter auch in der Südstadt. Wer weiß, vielleicht hätte ich dann auch einen Südstadtblog eröffnet und wäre von den heutigen Betreibern „überrannt“ worden. ;-)

    Begonnen hatte ich ja einfach mit einer Fotogalerie aus Sülz-Klettenberg. Die Idee dazu kam mir, als ich während einer Autofahrt in einem Radiofeature von einem Fotografen die Empfehlung hörte, dass die Menschen mehr ihre unmittelbare Umgebung fotografieren sollten. Sobald sie auf Reisen gingen entstünden hunderte von Urlaubsfotos und ihre unmittelbare Umgebung fotografierten sie in aller Regel nicht und hätten damit auch später keine umfassende Erinnerung daran. Und ja, er meinte auch, dass man seine Wohnung dokumentieren solle für später. Das hingegen meide ich eher und beschränke mich auf unseren Doppelstadtteil.

    Also das war 2005, als ich damit loslegte, durchaus ungewöhnlich und irgendwie neu. Auch sowas wie bilderbuch-koeln.de startete erst beträchtlich später. Heute hingegen postet ja fast jeder auf Twitter, Facebook & Co. Fotos von privatesten Angelegenheiten.

  11. Wie auch immer, mir ist das Beschriebene hier in Sülz einfach aufgefallen, ich kannte das in dieser Form von den Orten, wo ich bisher gelebt habe, nicht. In Konstanz beispielsweise würde man sich nie darüber unterhalten, ob man nun in Petershausen oder im Königsbau wohnt und wo nun genau das Berchengebiet anfängt. Das ist da einfach nicht so wichtig. Dafür hat man da andere Themen – die Schweizer und die Schwaben beispielsweise :)

  12. Ja, Sülz gehört derzeit zu den absoluten IN-Vierteln von Köln und auch die darin begründete erhöhte Nachfrage nach Wohnungen sorgt für höhere Mieten bei Neuvermietungen. Nur solche Tendenzen gab es immer schon und das wird sich auch irgendwann einmal wieder ändern und plötzlich ist Deutz und auch Kalk hyper in. Schon in Romanen aus dem 19. Jahrhundert las ich von solchen Tendenzen in Paris. Da werden die Altbauten plötzlich restauriert und die Schickeria zieht ein.

    Dass es hier weiterhin einigermaßen gemischt zugeht, dafür sorgen die Genossenschaften und Genossenschaftsbauten mit übrigens auch sehr schönen und aber preiswerten Wohnungen, gibt es ja auch noch und nöcher in Sülz und auch Klettenberg. Und das ist auch gut so.

  13. Quatsch. Da gibt es mehrere – Dornröschen, Seemoz, See-online zum Beispiel. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl sind es es sogar mehr pro Leser. See-online gibt es erst seit zwei oder drei Jahren, die anderen deutlich länger, so um die fünf Jahre müssten es jeweils mindestens sein. übrigens alle von gestandenen Journalisten geführt.

    Der Unterschied ist höchstens, dass es weniger Artikel über Veranstaltungen oder Geschäfte gibt wie jetzt bei Dir oder der Südstadt-Seite, weil man weniger PR, sondern eher über Stadtgeschehen oder Stadtpolitik schreibt. Das liegt sicher auch daran, dass es deutlich mehr und deutlich bessere Wochenzeitungen und Stadtmagazine gibt als in Köln, in denen allgemeine Infos zum Kulturgeschehen oder über den Einzelhandeln abgefeiert werden – E1NS, der Konstanzer Anzeiger, Qlt, akzent, seehas, Kulturmagazin, usw. Das Kölner Wochenblatt zum Beispiel, dass ich einmal pro Woche finde, lese ich nie, weil da einfach nichts drin steht, um Unterschied zu den Konstanzer Blättern, wo man doch viel Interessantes findet.

    Aber: Es ging hier eigentlich nicht um Dein Blog oder Kölner Stadtportale, sondern darum, wie Kölner mit ihren Imis umgehen… :)

  14. Maik

    Aus Lübeck nach Köln und zurück nach Hamburg bin ich nun gezogen und ich muss sagen es ist doch überall sehr ähnlich. Gut in Lübeck gibt es diese Stadtteilgezanke nicht dafür ist die Stadt zu klein und die Lübecker vielleicht zu abgeklärt.
    Was ich in Köln kennen gelernt habe gibt’s auch hier in Hamburg. Vielleicht nicht mit so einem hohen Maß an neiderei aber ein wenig Stadtteilpatriotismus ist hier auch vorhanden, wenn auch nicht so stark ausgeprägt wie in Köln! Was mir auch sehr stark auf viel ist die hartnäckige Intoleranz und inaktzeptanz dem anderen Stadtteil (ich sag nur Lindenthal) der anderen Rheinseite, der Stadt Düsseldorf und letztendlich der ganzen restlichen Welt gegenüber. Nicht umsonst ist ein echter Kölner noch nie auf der schäl sik und im Ausland gewesen!

  15. […] ich mir gemacht, nämlich über den Stadtteil, in dem ich lebe, denn hier geht es teilweise auch ein wenig merkwürdig zu, denn mit den “Fremden” hat man es hier nicht immer so. Im November schließlich […]

  16. Ti Na W

    Sehr erfrischend. I hob denkt, des gibts nua in Bayern. Do bin i nämlich der Preis.

    Lustig, ich habe gedacht, dieses Verhalten sei bayrisch, aber offensichlich gibt es das überall….

  17. Marion

    Übrigens, die Übersetzung „Kraat“ = Spießbürger stimmt so nicht, obwohl sie im Kölsch-Worterbuch online so zu finden ist. Unter alteingesessenen Kölnern ess en Kraat ein primitiver, sehr gewöhnlich auftretender Mensch.

    Vielleicht muss man auch Kölner sein, um zu verstehen, dass die Neckereien zwischen Köln und Düsseldorf, rechts- und linksrheinisch, Imis und „echten“ Kölnern absolut nicht ernst zu nehmen sind.

    Herzliche Grüße aus dem Agnesviertel :)

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