Das war 2012

Und 2012 war ein gutes und erreignisreiches Jahr, das ich nie vergessen werde. Ein fulminanter Januar, der mit einem großen Dreikönigsessen mit alten und aber auch mit neuen Freunden anfing. Im Februar die Flucht vor dem Karneval nach Wien, wofür ich zum ersten Mal richtig fliegen musste, außerdem ein Heiratsantrag im Riesenrad hoch über den Dächern der Stadt. Im März eine erste unangenehme Begegnung mit dem Tod, später folgte sogar eine weitere, diesmal war jemand aus meinem Bekanntenkreis gestorben. Im April die ersten Planungen für die Hochzeit, beruflich der Auszug aus dem Betahaus und der Einzug in eine Bürgemeinschaft, außerdem viel Nachdenken darüber, wie wichtig Familie ist und herzliche Gefühle für den Kölner Stadtteil Sülz, in dem ich lebe und eine Begegnung mit neuen Nachbarn. Außerdem die Entdeckung einer großen neuen Liebe: Zur Wolle nämlich. Im Juni viele großartige Radtouren mit dem Mann rund um Köln, die mir gezeigt haben, dass Köln auch seine schönen Seiten haben kann, zumindest jedenfalls, wenn man die Stadt verlässt und ein bisschen raus aufs Land fährt. Im Juli weitere Radtouren und Ärger mit einem Kunden, der mir einfach das Konzept für eine Website geklaut hat, ohne dafür bezahlen zu wollen. Im August vor allem Vorbereitungen für die Hochzeit am 22. August und die große Europareise, die wir am Tag danach antraten: Sechs Länder in dreieinhalb Wochen und es war alles wahnsinnig aufregend, beeindruckend und unwahrscheinlich großartig. Auch darüber habe ich geschrieben, und zwar über jeden einzelnen Tag. Das war teilweise sehr anstrengend, weil wir abends immer so müde waren, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Kaum waren wir zurück, bin ich 40 geworden und wieder wurde mit Freunden gefeiert – der Geburtstag und auch die Hochzeit, zu der wir ja nur Familie eingeladen hatten. Eine alte Freundschaft ging über die Distanz außerdem verloren. Im Oktober der Auszug aus der neuen Bürogemeinschaft und der Beschluss, mehr zu schreiben, was dann prompt, nachdem ich mir den Raum dafür eingerichtet hatte, in eine heftige Schreibblockade führte, die ich dann aber mit einer Menge Wolle kompensierte, woraus dann auch schließlich mein neues Blog “Gemacht mit Liebe” hervorging. Immerhin! Außerdem war ich bei einem großen Gastmahl bei mir bis dato wildfremden Menschen, nämlich im Katchina Supperclub. Und weitere Gedanken hatte ich mir gemacht, nämlich über den Stadtteil, in dem ich lebe, denn hier geht es teilweise auch ein wenig merkwürdig zu, denn mit den “Fremden” hat man es hier nicht immer so. Im November schließlich viel Herumfahrerei: Nach Wiesbaden zur Release-Party des Wiesbaden-Buchs, für das ich auch etwas geschrieben habe, nach Hamburg, wo ich einen tollen Tag mit vielen, vielen Gesprächen mit einer Freundin verbracht habe und auch nach Dortmund, was auch ein bisschen eine Reise in eine andere Welt war. Und ein Treffen mit jemandem von Twitter, das ich so vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte und das ich gerne wiederhole.

Und schließlich der Dezember, in dem ich nach Jahren wieder im Hallenbad schwimmen war und feststellen musste, dass das ja gar nicht weh tut, in dem ich meinen Mann nur wenig gesehen habe, weil er so furchtbar viel arbeiten musste, in dem Freunde von uns überraschend geheiratet haben, in dem ich feststellen musste, dass die Dinge nicht immer so sind, wie ich sie sehe und dass es gut ist, sich zu entschuldigen, in dem ich mir außerdem viele Gedanken über meinen Beruf gemacht habe, in dem der Mann und ich auf einer tolle Weihnachtsparty mit lauter Selbständigen eingeladen waren und der dann schließlich mit einer Menge Familienbesuch und einer fulminanten Silvesterparty endete. Den Flur müssen wir jetzt neu streichen.

Und mein Jahresfazit? Dass Familie und Freunde das wichtigste sind. Und Liebe vor allem. Und außerdem Gesundheit. Und dass ich das mit meinem Beruf anders angehen muss künftig. 2012 hatte ich Heimweh, viel mehr als letztes Jahr und vor allem im November und Dezember, aber gerade zum Jahresende hin gab es zum ersten Mal seit meinem Umzug auch viele Tage, an denen ich völlig vergessen hatte, dass ich noch immer neu und auch noch immer fremd in Köln bin. Da möchte ich 2013 auch gerne weitermachen. Und  überhaupt 2013. Pläne gibt es und viele, viele Ideen. Der Einzug ins neue Büro in der Südstadt steht bevor und ich denke, damit wird viel Neues, Buntes und Großartiges kommen. Außerdem kann ich dann endlich ein Eichhörnchen häkeln, für den Baum nämlich, der mitten in unserem Büro stehen wird. Mit einer Freundin sitze ich außerdem gerade an den Vorbereitungen für ein Panel für die re:publica und wir hoffen, dass wir damit genommen werden. Das Thema “Handmade” möchte ich weiter vertiefen, genauso wie die Sache mit dem Schreiben. Für meine Tante wünsche ich mir unendlich viel Gesundheit. In meinem Büro soll es mit neuem Schwung und neuem Schwerpunkt weitergehen, außerdem gibt es da noch ein Projekt, das ich vielleicht angehen möchte, wozu ich aber noch ein oder zwei Partner brauche. Und dann war da noch die Anmeldung für den Women’s Run im August, für den ich trainieren werde, um nicht als letzte, sondern im guten Mittelfeld im Ziel einzulaufen. Das wird eine Menge Arbeit ehrlichgesagt. Aber ich packe das an und dass ich vermutlich nicht in das knatschenge Shirt passen werde, ist mir bis dahin hoffentlich piepegal. 10 Tage auf der Lieblingsinsel sind bereits gebucht und ich freue mich wie bekloppt darauf, so sehr, dass ich schon schier Tränen in den Augen habe, wenn ich mir vorstelle, wie wir da am ersten Tag am Strand stehen werden. Und überhaupt ist da noch dieser Wunsch, dort irgendwann ein Häuschen zu haben.

Und dann ist da noch dieses Blog, in dem es in den letzten Wochen etwas ruhiger geworden war – bedingt ein bisschen durch die Schreibblockade und durch mein neues Blog, aber auch dadurch, weil die Heimatbloggerei auf einmal in so vielen Blogs inflationär in Mode kam, so dass ich ein wenig die Lust an diesem Thema verloren hatte. Überhaupt war da zum Ende des Jahres hin diese große Socialmüdigkeit, vor allem, wenn ich so beobachtet habe, was in den Netzwerken so lief und wie ich mich aber auch selber teilweise darin verheddert hatte. (Sogar mein Konstanzer Blogtroll hat zum Ende des Jahres hin schlapp gemacht, nachdem er mich über vier Jahre hinweg Monat für Monat “anonym” beschimpft hat. Vielleicht rufe ich da die Tage mal an und frage nach, ob alles ok ist?) Für mich heißt das: Weniger Facebook, weniger Instagram, Google+ außerdem weiterhin nur für Links, stattdessen wieder mehr Flickr und vor allem meine Blogs – Klasse statt Masse eben und mehr Konzentration auf meine eigenen Seiten außerdem. Und natürlich Twitter, aber das ist ja Ehrensache.

Hallo 2013, kann losgehen.

6 Kommentare

  1. Ich freue mich sehr für dich und den Mann, dass ihr geheiratet habt. Mehr, als ein paar Twittergrüße oder so ausdrücken können: es ist unglaublich toll. Und euren Urlaub habe ich mit viel Spaß an Deiner Schreibe im Blog verfolgt dafür ein großes Danke. Für alles andere wünsche ich Dir und Euch viel Erfolg, Gesundheit und ganz viel Lebensfreude im neuen Jahr.

  2. Es gibt in Konstanz Blogtrolls? Ach du lieber Schreck. Dass du den Flur neu streichen musst, bzw. Ihr (hey, war dein lieber Mann nicht heute schon im Baumarkt?), hat mich erheitert, auch wenn das für Euch sehr wahrscheinlich weniger lustig ist, und erinnert mich an eine Party, an der ich versehentlich Rotwein an die Tapete kippte. Sehr peinlich. Wer war’s denn? :D

    Ich wünsche dir ein glückliches neues Jahr!
    Herzlichen Gruss, Christine

  3. Ein schöner Jahresrückblick! :)
    Das war ja wirklich sehr ereignisreich- in schöner Weise (im Gegensatz zu mir- obwohl, wie man es sieht). Die einen Twitterer heiraten, die anderen trennen sich. ;)
    That’s life.
    Was ist denn Dein neues Blog? Bin ich gerade mal wieder verpeilt?
    Ich würde mich freuen, wenn es hier weiterginge… :)
    Alles Gute auch von mir!

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