Kategorie: Allgemein
Brot und Salz
Da, wo man Leberwurst im Kühlschrank hat

Morgen vor fünf Wochen. Das ist nicht lange her. Und trotzdem liegt das andere Leben schon so weit zurück, dass es völlig unreal wirkt. Letzte Woche nochmal in der alten Wohnung gewesen. Erstaunlich, dass ich da mal gewohnt habe und das auch noch so lange Zeit. Erstaunlich, dass es sich aber weder besonders traurig, noch besonders schön angefühlt hat.
Daheim ist man jedenfalls da, wo man zuhause ist. Also da, wo die Kaffeetasssen von gestern auf dem Schreibtisch vergessen herumstehen. Wo man Leberwurst im Kühlschrank hat. Wo die Katze wahlweise auf den letzten beiden unausgepackten Umzugskartons oder der Bohrmaschinenschachtel schläft, während der Kater eine tote Maus nach der anderen anschleppt. Oder auch mal eine lebendige, die wir dann selber mit Tüchern, Schüsseln und viel Gekwieke im Wohnzimmer fangen müssen. Wo man Leute aus der Nachbarschaft “Doktor Socke” tauft und unabhängig davon aber selber 53 schwarze Socken lagert, einzeln und in der ganzen Wohnung vertreut. Wo man am Feiertag noch die letzten Umzugskartons auspackt und sich wundert, warum man eigentlich 1500 weisse Briefumschläge besitzt. Wo man Quarkknödel macht und die Fotos von der Oma aufhängt. Heimat ist jedenfalls gar nicht so kompliziert, wie ich immer dachte.
Grün!

Und gestern dann der wichtigste Tag des Umzugs: Der Tag, an dem die beiden Katzen zum ersten mal raus ins Grüne durften. Ein Tag, vor dem man schon mal ein halbes Jahr lang Fracksausen haben darf. Mittags also erstmal in den Baumarkt, eine Drei-Meter-Latte mit der Bahn heimtransportieren und eine schöne Katzenleiter zimmern. Und was soll ich sagen? Die Leiter stand und die Katzen gingen raus. Und dann kamen sie nach etwa einer Stunde wieder zurück. Futterten je einen Napf leer. Und dann gingen sie nochmal raus. Und kamen auch wieder zurück. Und nochmal raus. Und wieder zurück. Hüpften zwischendurch wie zwei betrunkene Osterhasen durch den Garten und hatten nach den zwei Wochen Hausarrest einen riesen Spass. Wobei sie diese zwei Wochen erstaunlich gelassen abgesessen haben. Lediglich meine Palme hat ein wenig leiden müssen.
Übrigens ist unser Garten ja ein Garten, zu dem wir leider keinen Zugang haben, was die Katzensache daher auch so aufregend machte, man kann ja nicht einfach mit den Tieren erstmal eine gemeinsame Runde durchs neue Revier drehen. Ist die Katze die Katzentreppe runtergelatscht, ist sie sozusagen erstmal weg. Nicht einfacher wird das alles, wenn dann auch noch in der ersten halben Stunde des allerersten Freigangs, während der man auf Socken frierend und ängstlich auf der Terrasse steht und ins Dunkle starrt, die Nachbarin herauskommt und gleich mal schön erklärt, dass sie erstens Katzen hasst und dass sie zweitens für nichts garantieren könne, wenn denn mal eine der beiden auf ihre Terrasse kämen und sie die erwischen würde. Hm.
Aber das wird schon. Wie auch die Wohnung! Seit heute haben wir einen Spiegelschrank und ein Regal im einen sowie ein Regal im anderen Bad. Bis auf drei Umzugskartons sind nun ALLE Kartons ausgepackt, also die 70 für die Wohnung sowie die etwa 30 fürs Büro. Und morgen fahren wir sie alle auf die Kippe und sind somit zwei Wochen nach dem Einzug fast kartonfrei. War vielleicht doch nicht so schlecht, in eine Wohnung zu ziehen, in der es keinen Keller gibt. Nur das Büro sieht noch schlimm aus, weil es noch keine Regale und Schränke gibt und daher der Inhalt der etwa 30 Kisten schön verteilt im Raum rumliegt. Aber vielleicht lass ich das auch so, denn immerhin habe ich seit heute hier die weltschönsten Gardinen hängen. Mit Schlingpflanzen drauf. Grüne!
P.S. Zu zweit wohnen ist super. Jeder sollte zu zweit wohnen!
Sieht gut aus oder: Hallo Köln!
Kommt das mit oder kann das weg?
Pause
Wie viel Pause verträgt ein Blog, fragte neulich Kerstin Hoffmann von PR-Doktor. Und kam zu dem Ergebnis: Plötzliche Auszeiten sind nicht optimal, ein gut eingeführtes Blog hält das aber aus, wenn es genügend Content gibt.
Auch hier ist in der letzten Zeit nicht viel passiert, vier Wochen lang gab es keinen neuen Eintrag. Und ich hoffe, auch mein Blog verträgt das… aber Ferien müssen eben auch mal sein. Daneben habe ich bereits mein Konstanzer Büro aufgelöst, denn in zweieinhalb Wochen geht es ja nun nach Köln. Der Raum wird momentan nur als Kistenlager genutzt, während mein Nachmieter, Inselmedia – Agentur für neue Medien, bereits so halb eingezogen ist, um den Raum bis auf weiteres als Lagerraum zu nutzen.
Spätestens ab Anfang Oktober wird es hier aber wieder regelmässig weitergehen.


