Stories and Places

Januar 31st, 2013 § Kommentare deaktiviert § permalink

Vorgestern erhielt ich morgens eine E-Mail von Volker: Ob ich nicht Lust hätte, mal auf der neuen Plattform “Stories and Places” vorbeizuschauen und mitzumachen: Auf einer interaktiven Landkarte kann man Links zu Blogartikeln setzen, die sich mit diesem Ort beschäftigen. Die Idee dahinter: Im Dezember wurde in vielen Blogs über verschiedene Städte und Stadtteile berichtet – warum diese alle nicht auch auf einer Landkarte sammeln, um dort virtuelle Spaziergänge und Reisen quer durch Deutschland, aber auch durch andere Länder zu unternehmen, um zu schauen, welche Geschichten es zu welchen Orten gibt. Eine tolle Idee! Viele Blogger haben gestern und vorgestern bereits fleissig Artikel verlinkt (bei mir selber waren es ungefähr 30 und ich bin noch nicht mal fertig, obwohl ich nur eine Auswahl verlinkt habe), aber da geht natürlich noch ein bisschen was…  also guckt vorbei und macht mit – und macht auf dieses großartige und unkommerzielle Projekt aufmerksam!

Initiiert haben das Projekt Volker, der unter Koffiepauze bloggt und als “Der Graf” twittert sowie Jana, die unter Kittykoma bloggt und als Miz Kitty twittert.

Wir sind keine Lämmer

Januar 27th, 2013 § 14 comments § permalink

Ich glaube, ich muss meinen letzten Artikel “Nun hab dich doch nicht so” noch um ein paar Gedanken ergänzen. Auch wenn ich hier schrieb, dass ich glaube, dass Sexismus auch immer mit der Art der Wahrnehmung zu tun hat, meinte ich damit nicht, dass es keine klare Definition von sexueller Belästigung gibt. Als ich den Artikel “Das Schreien der Lämmer” von Frau Meike gelesen habe, bin ich daher ein wenig erschrocken, weil ich glaube, dass man das, was ich damit eigentlich meinte, falsch verstehen könnte. Meike nahm als Aufhänger für den Artikel einen Satz von mir, den ich bei Facebook geäussert hatte. Ich schrieb darin, dass ein Grundproblem in der Diskussion um Sexismus sei, dass die Begriffe von Sexismus und sexueller Belästigung von vielen Frauen nicht wirklich getrennt werden würden. Meike führte das in ihrem Artikel weiter, nämlich dass es immer im persönlichen Empfinden läge, was als Sexismus zu definieren sei: Wenn einem jemand auf der Straße hinterherpfeife zum Beispiel, freuen sich die einen darüber, die anderen aber fühlen sich dadurch belästigt. Oder wenn sich ein Mann sehr eng hinter einen stellt, empfinden es die einen als unangenehm, die anderen aber, wenn sie den Mann attraktiv finden, vielleicht nicht.

Natürlich gibt es immer auch einen Kontext – eben wenn ich in Köln “Liebelein” vom Busfahrer genant werde, dann eben, weil das in Köln so üblich ist, nicht aber, weil es eine Anmache ist, die ich aber als solche empfinde, weil es für mich ungewohnt klingt und da, wo ich herkomme, nicht üblich ist. Das ist dann für mich als Sexismus zu verstehen: Also ein Verhalten, das darin begründet liegt, dass Männer und Frauen in einer Gesellschaft klar definierte Rollen zugewiesen werden, begründet durch ihr Geschlecht. Hinterherpfeifen dagegen auf der Straße aber steht immer in einem deutlich sexuellen Kontext, genauso wenn sich ein Mann absichtlich zu nah an eine Frau stellt und dabei den sonst üblichen Abstand zu wahren. Daher empfinde ich, wenn mir diese beiden Fälle passieren, das als deutliche sexuelle Belästigung. Ich möchte mich in einer Gesellschaft so bewegen können, ohne dass ich dabei hauptsächlich als Sexualobjekt wahrgenommen werde – sondern eben als Mensch, der frei entscheiden kann, wie nah er sich beispielsweise an einen anderen fremden Menschen stellen möchte und ob es dann in einem sexuell bezogenen Zusammenhang passiert. Ich möchte selber entscheiden, jederzeit und überall, was passiert. Anstatt als Frau jederzeit für das verfügbar sein zu müssen, was andere Männer in diesem einen Moment gerade in mir sehen möchten.

Bevor Meike diesen Artikel schrieb, diskutierten wir mit vielen anderen über genau solche Situationen auf Facebook und Meike hatte da zu solchen Situationen eine konträre Meinung, für sie war das eher ein Sexismus, nicht aber eindeutige sexuelle Belästigung. Sie würde sich beispielsweise darüber freuen, wenn man ihr hinterhergucken würde. Es lief darauf hinaus, dass sie meinte, man solle manche Situationen nicht zu eng sehen als Frau und damit etwas lockerer umgehen, da man sich ja ansonsten in eine Art Opferhaltung begeben würde.  Nachtrag: Meike sagt, ich würde sie hier falsch zitieren, das habe sie s nämlich nicht gesagt. Das stimmt auch und dafür möchte ich mich entschuldigen – ich habe mich da nicht geschickt ausgedrückt und meinte eigentlich: Das verstand ich so, dass man sich als Frau nicht so anstellen solle – erst die Art der Wahrnehmung der Aktion definiert, ob es sexuelle Belästigung ist oder nicht, und wenn man es aber nicht bewertet, ist es für beide Seiten ok. Das ist aber falsch, für mich bleibt es sexuelle Belästigung, denn es fand ein Übergriff statt. In ihrem Artikel formuliert sie ähnliches: Anstatt ein solches Verhalten anzuprangern, solle man lieber den Dialog suchen, um darüber zu reden – um das jetzt ganz kurz und knapp zusammenzufassen. Diese Haltung aber finde ich schwierig – und auch falsch. Ich denke sehr wohl, dass man das, was sexuelle Belästigung ist, sehr klar und eindeutig definieren kann -und entsprechend finde ich, dass man das, was Sexismus und das, was sexuelle Belästigung ausmacht, sehr klar trennen kann  und es auch unbedingt tun muss.

Mit dem Text von Frau Meike tue ich mich aber auch ansonsten schwer. Sie sagt, dass Frauen doch den Dialog suchen müssten, anstatt anzuklagen, dies und das sei Sexismus oder sexuelle Belästigung. Ich glaube, der Dialog wurde lange genug gesucht, wo doch bereits seit Jahrzehnten über Gleichstellung und Sexismus diskutiert wird – siehe beispielsweise Frauenbewegung in den 80er-Jahren. Einiges hat sich seitdem sicher verbessert, aber eben nicht alles, was nötig wäre und das, was bei Twitter unter dem Hashtag #aufschrei passierte, hat das eindeutig gezeigt.

Ich fand den Artikel auch aus einem weiteren Grund ungeschickt: Dass Himmelreich ihr Pulver gegen Brüderle erst jetzt, ein Jahr später, verschossen wurde, wurde von vielen kritisiert. Sie hätte das doch damals gleich äussern sollen, am besten sogar Brüderle gegenüber, um das zu klären. Und dass es reiner Populismus sei, dass das erst jetzt ausgerechnet über den Stern passieren würde, wo doch Brüderle gerade erst wieder so im Fokus der Öffentlichkeit stehen würde. Das sehe ich nicht so. Was jemand, dem so etwas passiert, damit macht, ist seine eigene Entscheidung und wie die Reaktion ausfällt, hat keinerlei Einfluss auf die Art der Bewertung der Tat. Warum jemanden, der ein öffentliches Amt ausübt und von öffentlichen Geldern lebt, nicht genau dann die Retourkutsche servieren, wenn es ihn an stärksten treffen kann, nämlich dann, wenn es ein großes Interesse in der Öffentlichkeit an dieser Person gibt. Ich finde, dass das klug war, denn somit schafft es das Thema wirklich in die Schlagzeilen und Brüderle darf nun seine Rechnung begleichen. Von Rücktritt ist die Rede und ich finde, dass das angemessen wäre. Jemand, der sich so verhält, hat sein Recht verwirkt, ein öffentliches Amt auszuüben. Meikes Text aber gibt denen, die nun versuchen, Brüderles Verhalten dadurch zu verschleiern, indem das Opfer diskreditiert wird, nur weiteres Futter: Man soll den Dialog suchen, anstatt sich hinter solchen Aktionen wie #aufschrei zu verstecken. Das hat sie anders formuliert, ja, aber das ist das, was der Text ausdrückt.

Mit der Radikalität der Feministinnen hatte ich mich bisher immer schwer getan. Mir geht es ganz ähnlich wie der Kaltmamsell, ich habe Sexismus und sexuelle Belästigung im Beruf wenig erleben müssen und wenn doch, dann war ich meistens zum  Glück geistesgegenwärtig genug, dagegen etwas zu sagen oder zu machen. Es waren eher kleinere Aktionen, die mir aufgefallen sind – eben U-Bahn-Kuscheln oder dumme Sprüche über Frauen, und die habe ich meistens nicht allzu ernst genommen. Starrt mir jemand auf den Busen, was leider öfter vorkommt, weil meiner nicht zu übersehen ist, macht es mich auch längst nicht mehr so sprachlos wie damals, als ich noch 20 war. Und wenn ich mit meinem Mann unterwegs bin, traut sich das eh keiner mehr. Ich habe mich nie als Opfer gesehen, aber ich war eben auch nie wirklich eins. Diese schlimmen Situationen, die Serotonic erlebt hat, habe ich nie erleben müssen, die Beispiele, die ich in meinem letzten Artiel genannt hatte, sind dagegen lächerlich. Sie haben mich geärgert, ja, aber passieren sie mir, mache ich entweder eine Bemerkung dazu oder entziehe mich ihr, wenn ich das Gefühl habe, darüber zu reden bringt nichts. Das war es dann auch. Und ich bin sehr froh darüber, dass es bei mir bisher immer eher nur lästige Kleinigkeiten waren, über die ich Sexismus erlebt habe. Das, was ich da in den letzten Tagen aber im Netz gelesen habe, hat mich aber traurig gemacht. Und ich verstehe auch die Wut der Feministinnen nun deutlich besser, die ja seit Jahren genau diesen Dialog mit den Männer suchen oder Frauen dazu ermutigen wollen, dagegen aktiv zu werden, nur dass viele von ihnen eben einfach nicht hören wollen. Das muss auf Dauer einfach wütend machen und dazu führen, dass man eben deutlicher wird – durch radikaleres Auftreten.

Das, was die beiden alten Männer Broder oder Kubicki geäussert haben, zeigt sehr heftig, wie offen und eindeutig Sexismus noch immer gelebt wird und wie unverfroren das passiert. Man kann über die beiden Vehikel lachen und auch über die Berechenbarkeit ihrer Reaktionen. Es ist kein Witz: Kurz bevor ich von Broders Text erfahren hatte, hatte ich bei Twitter noch darüber gewitzelt, ob er schon etwas zum Thema “gebrodert” hatte -  in diesem Moment wusste ich wirklich nicht, dass es bereits diesen schrägen Artikel beim Springerblatt “Welt” gab. Aber dass es in Deutschland möglich ist, dass, Verzeihung: Wichser wie Broder oder Kubicki für solchen Schwachsinn eine Plattform bekommen, das macht wütend. Weil es nicht passieren würde, wenn es für so etwas nicht auch ein breites Publikum geben würde. Allein schon diese Debatte gestern mit @bodenseepeter hat das gezeigt. Nicht, dass ich mich an dieser einen Person abarbeiten wollte, so viel Bedeutung hatte der Unsinn, den er da schrieb, nun auch nicht und niemand im Netz hatte wirkich von ihm gehört, bevor ich seine Tweets retweetet hatte. Aber es war für mich einfach so exemplarisch: Da schreibt jemand aus meinem Umfeld, den ich seit Jahren kenne, solchen Schwachsinn. Und viel schlimmer aber: Nach vorne hin entschuldigt er sich, als er merkte, dass es Gegenwind gab, nachdem ich das retweetet hatte, ein paar Stunden aber zog er die Reaktionen als “Shitstorm” ein paar “Gutmenschen” ins Lächerliche. Das passiert einfach so und der Kerl findet das völlig in Ordnung und ein paar seiner Follower auch. Ganz offen. Dabei gehören solchen Typen die Ohren lang gezogen. Und das ist dann eben auch der Punkt, wo Frau  Meike in meinen Augen irrt: Natürlich ist es gut, den Dialog zu suchen, anstatt sich als Opfer zu verstehen, wenn man Sexismus erlebt hat. Nur: Das wurde Jahrzehnte lang gemacht, aber es hat anscheinend nicht viel gebracht. Wie bei @bodenseepeter eben.

Gestört hatte mich auch die Überschrift des Artikels: Frauen, die sexuell belästigt werden, sind keine Lämmer, auch nicht dann, wenn sie das nicht sofort mit dem Mann über einen Dialog versuchen zu klären. Das würde ja bedeuten, dass es eine Hierarchie gibt und die gibt es nicht in einem solchen Fall. Es gibt nur jemanden, der sich respektlos verhält und nicht beachtet, dass Männer und Frauen gleichwertig sind. Was ich an diesem Artikel auch schwierig finde: Dass er im Netz so populär ist und somit vielleicht für viele als exemplarisch gelesen wird, weil er ja von einer Frau ist. Dass er so populär wurde und von so vielen Menschen gelesen und dann empfohlen, gelikt, retweetet und sonstwo geteilt wurde, war aber nicht unbedingt wegen des Inhaltes an sich, sondern weil Meike eben nun mal auch die Frau ihres Mannes ist. Eine Blogempfehlung von ihm – und ein Blog explodiert innerhalb in Minuten. Wenn nun aber ein Artikel von ihr nach außen hin über die Zahl der Likes und Favs als deutlich populärer wahrgenommen wird als das, was gestandenen Feministinnen seit Jahren in ihren Blogs schreiben – schwierig. Das verzerrt vielleicht ein bisschen. Das ist auch keine Kritik an Meike persönlich, die ich ja auch mag und sehr schätze. Trotzdem kann man auch anderer Meinung zu dem sein, was sie schreibt und dann muss man darüber eben auch reden. Ich finde einfach, dass das, was sie geschrieben hat, nicht der richtige Ansatz ist und ich würde mich freuen, wenn andere Artikel zum Thema mehr in den Fokus rücken würden.

Anke Gröner hat diese Artikel in ihrem Blog zusammengetragen und ich will sie hier einfach auch nochmal bekannt machen – wer noch weitere weiß, bitte Bescheid geben.

Antje Schrupp: Wie Lappalien relevant werden

Kaltmamsell: Es geht nicht um mich

Kiki: Hört auf damit!

Journelle: Danke #aufschrei

Happy Schnitzel: Besser spät als nie – die Sexismus-Debatte

Natalie Sprinhart: Aufschrei-Argumente.

Helga Hansen: Wogegen ich mich wehre? „Wehrt euch.“

Dr. Mutti: Mein später Aufschrei

Habichthorn: Meine 31 Cent zum Thema.

Frequenzen: Dreh dich doch mal um (wo auch nochmal auf die Begriffe “Sexismus” und “sexuelle Belästigung” eingegangen wird)

Nichts desto Trotz: In Diskussionen gibt es immer unterschiedliche Ansichten und unterschiedliche Ansichten führen dazu, dass noch mehr diskutiert wird. Das ist gut. Hätte es bei Twitter nicht die vielen dummen Replys zu #aufschrei gegeben, wäre das Thema sicherlich innerhalb eines Tages im Nirgendwo verpufft – nun aber aber ist es in den Medien und sogar Jauch hat heute Abend eine Gesprächsrunde zum Thema Sexismus am Start, bei dem @vonhorst, die die Twitteraktion ins Leben gerufen hat, Studiogast sein wird. Natürlich ist es furchtbar, dass da auch ein Karasek und eine Alice Schwarzer sitzen werden, aber immerhin, es ist im Fernsehen und es wird dazu führen, dass sich weitere Menschen Gedanken machen werden. Und es wird auch dazu führen, dass Typen wie Brüderle sich künftig zwei Mal überlegen werden, was sie da eigentlich tun, bzw. was das vielleicht nach sich ziehen kann. Allein das ist eine weitere gewonnene Schlacht im Kampf gegen den Sexismus.

Nun hab dich doch nicht so!

Januar 25th, 2013 § 14 comments § permalink

Im Netz wird seit gestern intensiv über Alltagssexismus diskutiert – wer bei Twitter mal unter dem Hashtag #aufschrei nachschaut, wird eine schier endlose Aufzählung von Beispielen finden, die Frauen tagein tagaus erleben. Im Beruf, im privaten Umfeld, im Netz. Während gestern in den Diskussionen bei Facebook noch viel von der Opferhaltung die Rede war, in die sich Frauen automatisch hineinbegeben würden, was auch ein weiterer Grund für Sexismus sei, wird das Thema heute schon etwas relativierter betrachtet und darüber bin ich sehr froh. Ein Tweet von @MmeCoquelicot erklärte das sehr schön:

Und ganz genau so sehe ich es auch. Natürlich kann ich mich hinstellen und jemanden, der mir mit sexistischen Sprüchen kommt, darauf hinweisen, dass das dumm und nicht angemessen war, genauso wie ich jemandem, der mich mit Berührungen belästigt, nach einer deutlichen Warnung einfach eine scheuern kann. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: es ist traurig, dass man das ständig tun muss.

Nun ist das hier ein Blog, in dem ich darüber schreibe, wie es sich so in Köln lebt. Kurz: Mein Eindruck: In Köln werde ich mit Alltagssexismus öfter konfrontiert als früher, als ich noch am Bodensee gelebt habe. Mit “Alltagssexismus” meine ich nicht, dass Frauen es schwer haben, in Führungspositionen zu kommen, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer, dass Frauen es deutlich schwerer haben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen oder dass Frauen in der Werbung mit einem haarsträubend antiquierten Image dargestellt werden. Das ist offensichtlicher Sexismus, bei dem man nicht darüber streiten muss, ob es ihn wirklich gibt. Alltagssexismus ist dagegen um einiges subtiler und genau das macht ihn so gefährlich. Er findet in vielen kleinen Situationen statt, die einem an sich einzeln vielleicht nicht auffallen, in der Masse aber schon, wie das heute bei Twitter deutlich wurde. Sexismus erleben alle Frauen, sie reden aber nicht dauernd darüber, weil er zum Alltag dazu gehört – erst aber, wenn viele Frauen mal den Mund aufmachen und erzählen, was sie Tag für Tag erleben, staunt man, was da draußen Tag für Tag passiert. Auch als Frau.

Doch zurück nach Köln. Ich will nun nicht mit den Kölner Funkenmariechen mit ihren Miniröckchen, deren Rocklänge praktisch gar nicht vorhanden ist, anfangen. Oder damit, dass sich in Köln weibliche Karnevalskostüme deutlich mehr an den primären Geschlechtsmerkmalen orientieren, während die typischen weiblichen Fasnachtskostüme der alamannischen Mäschgerle deutlich wärmer und zünftiger ausfallen und dass man so etwas auch immer als Gradmesser für ein Frauenbild betrachten könnte. Das wäre viel zu platt und viel zu einfach und ich kann es ja auch noch nicht einmal empirisch belegen. Köln ist außerdem die Heimatstadt von RTL und RTL ist auch nicht eben dafür bekannt, viel für die Gleichberechtigung der Frau getan zu haben. In Konstanz aber wurde ich noch nie von einem Busfahrer “Liebelein” oder “Ming leev Mädsche” bezeichnet, während ich die Münzen für ein Busticket abzählte. Das mag nett gemeint sein, ich aber war perplex, als es mir zum ersten Mal passierte – das war für mich übergriffig in diesem Moment. Ich bin kein Mädchen und ich will keinen Kosenamen von mir fremden Männern bekommen. Aber ist das wirklich Alltagssexismus? Schwierig. Für mich ist es das, da ich aus einem anderen Kontext komme, aber würde ich das dem Busfahrer so sagen, würde er mich auslachen. Mittlerweile habe ich die rheinische Mentalität etwas besser kennengelernt und weiß, wie so etwas zu verstehen ist. Was ich damit sagen will: Was Sexismus genau ist, ist manchmal sehr schwer zu erklären.

Gleiches gilt für Kölsch-Kneipen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass man als Frau in einer Kölsch-Kneipe ganz anders vom Köbes behandelt wird als ein Mann. In der kölschen Kultur haben Frauen eben ihre feste Rolle. Das ist für mich oft befremdlich und ich empfinde es als sexistisch, aber ob es das wirklich ist? Ein Beispiel: Wenn ich mit dem Mann in eine Kneipe gehe, läuft er in der Regel vor mir in den Raum hinein. Man kommt an einen Tisch, pellt sich aus Jacke, Schal und Tasche und setzt sich hin und da steht aber dann meistens schon der Köbes am Tisch und will die Bestellung aufnehmen. Der Mann, ein Kölner, ordert also ein Kölsch. Ich aber wurstele noch mit meinen Klamotten herum, denn ich brauche damit länger als der Mann, denn ich habe deutlich mehr Sachen dabei als er, der er nur einfach eine Jacke an hat. Bevor ich aber bestelle, möchte ich erstmal sitzen, das bin ich einfach so gewöhnt. Und ich bin keine Kölnerin, mir schmeckt Kölsch zwar, lieber aber trinke ich ein kräftiges Pils. Aber nur ein gutes. Und daher muss ich erstmal auf die Karte gucken, was es so gibt. Und während der Mann schon an seinem ersten Kölsch trinkt, sitze ich noch da und warte darauf, dass der Köbes nochmal kommt, um meine Bestellung anzunehmen, und das kann dauernd, denn wenn ein Köbes etwas nicht mag, dann wenn man sich nicht an seine Ordnung hält. Er läuft also erstmal seine Runde und dann erst kommt wieder zurück an den Tisch. Das passiert mir andauernd und jedes Mal ärgert es mich und dann erkläre ich dem Mann, das sei sexistisch, das mache er nur, weil ich eine Frau bin. Das stimmt aber nicht. Das macht er, weil ich keine Kölnerin bin und mich nicht an den Code halte: Nämlich selbstverständlich ein Kölsch zu bestellen, wenn ich in der Kölschkneipe bin. Außerdem guckt man in der Kölschkneipe nicht in die Karte. Zwei Beispiele, wie die Art der Wahrnehmung und der Kontext den Begriff “Alltagssexismus” definieren können. Und mir ging es oben nicht darum, zu erklären, Köln sei eine Stadt von Sexisten. Ich erlebe solche aber in Köln verstärkt, weil Köln eine Großstadt ist und weil Köln eben auch eine ganz spezielle Stadt ist.

Ein sehr gutes Beispiel für Alltagssexismus aber ist das “Kuscheln” in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mir ist das erst vor zwei Tagen passiert. Ich saß abends in der U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Ein Typ stieg ein, setzte sich neben mich und nach wenigen Minuten Oberschenkelberührung der ganzen Länge nach. Ekelhaft. Nun bin ich keine kleine Person, so etwas kann also unabsichtlich passieren, wenn man neben mir sitzt. Ich rutschte also etwas zur Seite. Aber da war es wieder: Oberschenkelberührung! War der Typ eben einfach ein bisschen nachgerutscht. Ich ruckelte also etwas auf meinem Sitz herum und ordnete meine Beine neu an. Und was machte der Typ neben mir? Nachrutschen. Und da war es schon wieder: Oberschenkelberührung. Das war Absicht, das war ekelhaft und es war eindeutig, dass es nur darum ginge, seine Machtposition zu beweisen. Würde ich auf die Sache aufmerksam machen, um ihn aufzufordern, würde er alles mit einem arroganten Grinsen von sich abweisen – Punkt für ihn. Würde ich aufstehen und mich woanders hinsetzen, hätte ich kampflos das Feld geräumt – Punkt für ihn. Würde ich so tun, als merke ich nichts, um mich aber insgeheim innerlich fürchterlich zu ärgern, bis ich endlich aussteigen kann – Punkt für ihn. In dem Moment, in dem er ein zweites Mal nachgerutscht war, hatte er also schon gewonnen und das wusste er. Dabei ging es ihm sicher nicht um Sex, aber eben um die Demonstration seiner Macht. In Konstanz wäre das so nicht möglich, allein schon deswegen, weil immer in jedem Bus einer sitzt, den man kennt und man nicht immer überall anonym ist. Und weil die Leute in einer Kleinstadt viel mehr aufeinander achten und anderen helfen würden, wenn sie belästigt werden. In der Großstadt dagegen ist man anonym und man kann davon ausgehen, dass einem niemand von den anderen Fahrgästen hilft, wenn es mit einem solchen U-Bahn-Kuschler Ärger gibt. Das gibt es aber auch in anderen Großstädten und hat nichts speziell mit Köln zu tun.

Ein weiteres Beispiel für Alltagssexismus: Neulich war ich mit meinem Mann auf einem Fest, wir saßen alle an einem großen Tisch zum Essen und auf der anderen Seite des Mannes saß ein Typ, mit dem wir ins Gespräch kamen. Es ging um Berufliches, der Kerl machte etwas mit Marketing und PR und hatte viel zu erzählen und das tat er dann auch, ich klinkte mich phasenweise aus dem Gespräch aus, um auch mit anderen Leuten zu reden, erzählte aber, dass ich beruflich auch mit PR zu tun habe und selbständig sei. Was passierte? Als der Abend zu Ende war, drückte der Typ meinem Mann seine Visitenkarte in die Hand und meinte, er solle sich doch mal melden – netzwerken sei doch so wichtig und er sei ein großer Netzwerker. Wer aber keine Visitenkarte bekam, war ich, obwohl ich direkt daneben stand. Ein gutes Beispiel für Alltagssexismus. Und was soll ich als Frau in einer solchen Situation machen, die Sache ist ja bereits passiert und er hat mich ja bereits übergangen. Natürlich kann ich die Situation nun überspielen, einfach um eine Karte bitten oder einen Witz machen, er hätte mich wohl übersehen und dann würde ich die Karte auch bekommen und er würde sich wortreich für sein schlechtes Benehmen entschuldigen. Gezeigt hat er aber trotzdem, dass er erstens ein Tröffel und zweitens ein Sexist ist und das lässt sich nicht mehr ändern. Eben wie in der U-Bahn und auch das hat etwas mit Macht zu tun.

Köln ist die Hauptstadt der Schwulenszene, damit schmückt sich die Stadt und dass hier so viele Schwule und Lesben heiraten, finden alle super. Ich auch. Komisch dagegen fand ich: Ich habe vor und nach meiner Hochzeit letztes Jahr unwahrscheinlich viele Diskussionen darüber geführt, warum ich denn meinen Namen behalten und nicht den Namen meines Mannes annehmen wolle. Und zwar nur mit Kölnern! Meine Bekannten vom See und alle Nicht-Kölner, die ich so kenne, fanden das alle völlig normal. Mit meinem Mann dagegen hat niemand darüber diskutiert, warum er nicht meinen Namen annehmen wolle… komisch, oder? Ich kann das natürlich nicht empirisch belegen und es ist eine rein subjektive Erfahrung, aber aufgefallen ist es mir eben schon. Ich glaube, das liegt daran, dass man in Köln eben ein traditionelleres Frauenbild hat als in der Universitätsstadt Konstanz.

Typisch sexistische Situationen, die ich ansonsten erlebt habe: Der Chef, der mir während meines Studi-Jobs in der Konstanzer Bäckerei erklärte, ich habe aber viel Holz vor der Hütten, während ein Kollege daneben stand. Die Typen, die mir beim Radeln auf die Brüste starren. Überhaupt, Brüste! Was starren Männer auf Brüste! Ich meine, gucken ist ok – ich gucke bei anderen Frauen auch mal hin. Aber eben: Gucken! Nicht Starren! Dann gibt es da die sexistischen Sprüche, so viele und andauernd, dass mir jetzt gerade spontan keiner einfällt. Vielleicht der: “Die Zicke gehört mal wieder ordentlich gevögelt”, wenn eine Frau auf andere anstrengend wirkt  – oder Single ist und Singlefrauen haben sich ehe eine ganze Menge anzuhören. Oder Sprüche und Bemerkungen über das Aussehen von Frauen in Machtpositionen – insbesondere die Bundeskanzlerin in den ersten zwei Jahren nach ihrer Wahl. Was habe ich mich da fremdgeschämt über all die Typen, die permanent Witze über ihre Haare, ihre Figur und ihre Klamotten gemacht haben – und was habe ich mir da überall den Mund fusselig geredet, dass das dummer Mist ist. Dann die Angst, alleine nachts U-Bahn zu fahren oder durch Parks zu laufen. Und, und, und. All das, was da heute bei Twitter unter dem Hashtag #aufschrei aufgezählt wurde – all das kenne ich, aus eigener Erfahrung und anhand von dem, was mir andere erzählen. Und spricht man das an, heißt es meistens: Nun hab Dich doch nicht so. Ist ja alles nicht so schlimm. Doch, das ist es. Und es ist zum Kotzen und wir, die wir das tagtäglich erleben, haben die Schnauze voll.

Wo ich Alltagssexismus überhaupt nicht erlebe, ist übrigens im Coworking-Umfeld, auch wenn viele der Männer Programmierer sind, während die Frauen in der Regel eher kreative Berufe ausüben, also beide Seiten eher geschlechtertypische Berufe gewählt haben. Dass gestarrt, gegrabscht oder dumme Sprüche abgegeben werden gibt es da nicht. Coworker sind soziale, progressive Menschen mit Überzeugung. Es wird akzeptiert, dass verschiedene Leute unterschiedliche Dinge machen und entweder man interessiert sich füreinander oder eben nicht – ansonsten gilt aber Gleichberechtigung und das Prinzip Geben und Nehmen für alle. Und jeder hält sich daran, denn ansonsten kann Coworking nicht funktionieren. Gleiches gilt für die Makerszene, bzw. die DIY-Szene. Aber das sind eben auch Menschen, die sich in der Regel eine bessere, sozial fähigere und nachhaltige Gesellschaft nicht nur wünschen, sondern auch tatsächlich versuchen, sie in kleinen Bereichen zu verändern.

Weil ich ja auch ein bisschen auf Köln und Konstanz eingegangen bin, möchte ich das hier nicht vorenthalten. Den ganzen Tag lang gab es heute dumme Reaktionen auf Twitter, vorwiegend von Männern. Aber die wohl dämlichste Reaktion gab es ausgerechnet von jemanden, der in Konstanz als Social-Web-Koriphäe gilt, nämlich dem @bodenseepeter und ich war einigermaßen erstaunt, als ich das gelesen hatte, denn ich hatte ihn bisher eigentlich als netten Menschen kennengelernt. Für Peter jedenfalls ist Sexismus anscheinend die Grundlage der menschlichen Fortpflanzung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war 2012

Januar 2nd, 2013 § 6 comments § permalink

Und 2012 war ein gutes und erreignisreiches Jahr, das ich nie vergessen werde. Ein fulminanter Januar, der mit einem großen Dreikönigsessen mit alten und aber auch mit neuen Freunden anfing. Im Februar die Flucht vor dem Karneval nach Wien, wofür ich zum ersten Mal richtig fliegen musste, außerdem ein Heiratsantrag im Riesenrad hoch über den Dächern der Stadt. Im März eine erste unangenehme Begegnung mit dem Tod, später folgte sogar eine weitere, diesmal war jemand aus meinem Bekanntenkreis gestorben. Im April die ersten Planungen für die Hochzeit, beruflich der Auszug aus dem Betahaus und der Einzug in eine Bürgemeinschaft, außerdem viel Nachdenken darüber, wie wichtig Familie ist und herzliche Gefühle für den Kölner Stadtteil Sülz, in dem ich lebe und eine Begegnung mit neuen Nachbarn. Außerdem die Entdeckung einer großen neuen Liebe: Zur Wolle nämlich. Im Juni viele großartige Radtouren mit dem Mann rund um Köln, die mir gezeigt haben, dass Köln auch seine schönen Seiten haben kann, zumindest jedenfalls, wenn man die Stadt verlässt und ein bisschen raus aufs Land fährt. Im Juli weitere Radtouren und Ärger mit einem Kunden, der mir einfach das Konzept für eine Website geklaut hat, ohne dafür bezahlen zu wollen. Im August vor allem Vorbereitungen für die Hochzeit am 22. August und die große Europareise, die wir am Tag danach antraten: Sechs Länder in dreieinhalb Wochen und es war alles wahnsinnig aufregend, beeindruckend und unwahrscheinlich großartig. Auch darüber habe ich geschrieben, und zwar über jeden einzelnen Tag. Das war teilweise sehr anstrengend, weil wir abends immer so müde waren, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Kaum waren wir zurück, bin ich 40 geworden und wieder wurde mit Freunden gefeiert – der Geburtstag und auch die Hochzeit, zu der wir ja nur Familie eingeladen hatten. Eine alte Freundschaft ging über die Distanz außerdem verloren. Im Oktober der Auszug aus der neuen Bürogemeinschaft und der Beschluss, mehr zu schreiben, was dann prompt, nachdem ich mir den Raum dafür eingerichtet hatte, in eine heftige Schreibblockade führte, die ich dann aber mit einer Menge Wolle kompensierte, woraus dann auch schließlich mein neues Blog “Gemacht mit Liebe” hervorging. Immerhin! Außerdem war ich bei einem großen Gastmahl bei mir bis dato wildfremden Menschen, nämlich im Katchina Supperclub. Und weitere Gedanken hatte ich mir gemacht, nämlich über den Stadtteil, in dem ich lebe, denn hier geht es teilweise auch ein wenig merkwürdig zu, denn mit den “Fremden” hat man es hier nicht immer so. Im November schließlich viel Herumfahrerei: Nach Wiesbaden zur Release-Party des Wiesbaden-Buchs, für das ich auch etwas geschrieben habe, nach Hamburg, wo ich einen tollen Tag mit vielen, vielen Gesprächen mit einer Freundin verbracht habe und auch nach Dortmund, was auch ein bisschen eine Reise in eine andere Welt war. Und ein Treffen mit jemandem von Twitter, das ich so vor einem Jahr nicht für möglich gehalten hätte und das ich gerne wiederhole.

Und schließlich der Dezember, in dem ich nach Jahren wieder im Hallenbad schwimmen war und feststellen musste, dass das ja gar nicht weh tut, in dem ich meinen Mann nur wenig gesehen habe, weil er so furchtbar viel arbeiten musste, in dem Freunde von uns überraschend geheiratet haben, in dem ich feststellen musste, dass die Dinge nicht immer so sind, wie ich sie sehe und dass es gut ist, sich zu entschuldigen, in dem ich mir außerdem viele Gedanken über meinen Beruf gemacht habe, in dem der Mann und ich auf einer tolle Weihnachtsparty mit lauter Selbständigen eingeladen waren und der dann schließlich mit einer Menge Familienbesuch und einer fulminanten Silvesterparty endete. Den Flur müssen wir jetzt neu streichen.

Und mein Jahresfazit? Dass Familie und Freunde das wichtigste sind. Und Liebe vor allem. Und außerdem Gesundheit. Und dass ich das mit meinem Beruf anders angehen muss künftig. 2012 hatte ich Heimweh, viel mehr als letztes Jahr und vor allem im November und Dezember, aber gerade zum Jahresende hin gab es zum ersten Mal seit meinem Umzug auch viele Tage, an denen ich völlig vergessen hatte, dass ich noch immer neu und auch noch immer fremd in Köln bin. Da möchte ich 2013 auch gerne weitermachen. Und  überhaupt 2013. Pläne gibt es und viele, viele Ideen. Der Einzug ins neue Büro in der Südstadt steht bevor und ich denke, damit wird viel Neues, Buntes und Großartiges kommen. Außerdem kann ich dann endlich ein Eichhörnchen häkeln, für den Baum nämlich, der mitten in unserem Büro stehen wird. Mit einer Freundin sitze ich außerdem gerade an den Vorbereitungen für ein Panel für die re:publica und wir hoffen, dass wir damit genommen werden. Das Thema “Handmade” möchte ich weiter vertiefen, genauso wie die Sache mit dem Schreiben. Für meine Tante wünsche ich mir unendlich viel Gesundheit. In meinem Büro soll es mit neuem Schwung und neuem Schwerpunkt weitergehen, außerdem gibt es da noch ein Projekt, das ich vielleicht angehen möchte, wozu ich aber noch ein oder zwei Partner brauche. Und dann war da noch die Anmeldung für den Women’s Run im August, für den ich trainieren werde, um nicht als letzte, sondern im guten Mittelfeld im Ziel einzulaufen. Das wird eine Menge Arbeit ehrlichgesagt. Aber ich packe das an und dass ich vermutlich nicht in das knatschenge Shirt passen werde, ist mir bis dahin hoffentlich piepegal. 10 Tage auf der Lieblingsinsel sind bereits gebucht und ich freue mich wie bekloppt darauf, so sehr, dass ich schon schier Tränen in den Augen habe, wenn ich mir vorstelle, wie wir da am ersten Tag am Strand stehen werden. Und überhaupt ist da noch dieser Wunsch, dort irgendwann ein Häuschen zu haben.

Und dann ist da noch dieses Blog, in dem es in den letzten Wochen etwas ruhiger geworden war – bedingt ein bisschen durch die Schreibblockade und durch mein neues Blog, aber auch dadurch, weil die Heimatbloggerei auf einmal in so vielen Blogs inflationär in Mode kam, so dass ich ein wenig die Lust an diesem Thema verloren hatte. Überhaupt war da zum Ende des Jahres hin diese große Socialmüdigkeit, vor allem, wenn ich so beobachtet habe, was in den Netzwerken so lief und wie ich mich aber auch selber teilweise darin verheddert hatte. (Sogar mein Konstanzer Blogtroll hat zum Ende des Jahres hin schlapp gemacht, nachdem er mich über vier Jahre hinweg Monat für Monat “anonym” beschimpft hat. Vielleicht rufe ich da die Tage mal an und frage nach, ob alles ok ist?) Für mich heißt das: Weniger Facebook, weniger Instagram, Google+ außerdem weiterhin nur für Links, stattdessen wieder mehr Flickr und vor allem meine Blogs – Klasse statt Masse eben und mehr Konzentration auf meine eigenen Seiten außerdem. Und natürlich Twitter, aber das ist ja Ehrensache.

Hallo 2013, kann losgehen.

Geschichten über Köln, Konstanz und die Sache mit der Heimat

November 19th, 2012 § 4 comments § permalink

Nachdem in diesen Tagen das großartige Wiesbaden-Buch “63,75 – das Buch” erschienen ist, in dem auch ein Artikel von mir erschienen ist, haben viele andere Blogger das Thema “Heimat” ebenfalls für sich entdeckt. Herr Buddenbohm hat das zum Anlass genommen und in einer Blogparade dazu aufgerufen, Texte über Hamburg zu schreiben, die er in seinem Blog sammelt: Der Rest von Hamburg. Frau Bogdan sammelt parallel in ihrem Blog Artikel über den Rest der Welt und schreibt dabei insbesondere über Helgoland. Und Anne Schüssler sammelt Artikel über das Ruhrgebiet.

Ich selber schreibe hier ja seit über zwei Jahren über Köln und Konstanz, nachdem ich vor zwei Jahren der Liebe wegen vom Bodensee ins Rheinland umgezogen bin. Und gerne möchte ich diese Gelegenheit nutzen und auf meine eigenen Lieblingsartikel dazu nochmals hinweisen:

Und über Konstanz und den Bodensee habe ich natürlich auch eine ganze Menge geschrieben, zum Beispiel:

  • In der Eisenbahnstraße”erzählt von einer ganz besonderen Hausgemeinschaft in einer ganz besonderen Straße
  • “Der Katzen-Opa”erzählt nochmals von dieser besonderen Straße
  • “Konstanz halt” handelt davon, wie es ist, nach längerer Zeit mal wieder in die alte Heimat zurückzukommen.
  • “Heimat” erschien vor drei Jahren in einer früheren Ausgabe des Stijlroyal-Magazins und erzählt davon, was ich persönlich als Heimat empfinde

Viel Spaß beim Lesen! Und natürlich werde ich in diesem Blog auch weiterhin über die Sache mit der Heimat schreiben, denn da gibt es noch so einiges zu erzählen…