Kategorie: Komische Menschen

Nun hab dich doch nicht so!

Im Netz wird seit gestern intensiv über Alltagssexismus diskutiert – wer bei Twitter mal unter dem Hashtag #aufschrei nachschaut, wird eine schier endlose Aufzählung von Beispielen finden, die Frauen tagein tagaus erleben. Im Beruf, im privaten Umfeld, im Netz. Während gestern in den Diskussionen bei Facebook noch viel von der Opferhaltung die Rede war, in die sich Frauen automatisch hineinbegeben würden, was auch ein weiterer Grund für Sexismus sei, wird das Thema heute schon etwas relativierter betrachtet und darüber bin ich sehr froh. Ein Tweet von @MmeCoquelicot erklärte das sehr schön:

Und ganz genau so sehe ich es auch. Natürlich kann ich mich hinstellen und jemanden, der mir mit sexistischen Sprüchen kommt, darauf hinweisen, dass das dumm und nicht angemessen war, genauso wie ich jemandem, der mich mit Berührungen belästigt, nach einer deutlichen Warnung einfach eine scheuern kann. Aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: es ist traurig, dass man das ständig tun muss.

Nun ist das hier ein Blog, in dem ich darüber schreibe, wie es sich so in Köln lebt. Kurz: Mein Eindruck: In Köln werde ich mit Alltagssexismus öfter konfrontiert als früher, als ich noch am Bodensee gelebt habe. Mit “Alltagssexismus” meine ich nicht, dass Frauen es schwer haben, in Führungspositionen zu kommen, dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer, dass Frauen es deutlich schwerer haben, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen oder dass Frauen in der Werbung mit einem haarsträubend antiquierten Image dargestellt werden. Das ist offensichtlicher Sexismus, bei dem man nicht darüber streiten muss, ob es ihn wirklich gibt. Alltagssexismus ist dagegen um einiges subtiler und genau das macht ihn so gefährlich. Er findet in vielen kleinen Situationen statt, die einem an sich einzeln vielleicht nicht auffallen, in der Masse aber schon, wie das heute bei Twitter deutlich wurde. Sexismus erleben alle Frauen, sie reden aber nicht dauernd darüber, weil er zum Alltag dazu gehört – erst aber, wenn viele Frauen mal den Mund aufmachen und erzählen, was sie Tag für Tag erleben, staunt man, was da draußen Tag für Tag passiert. Auch als Frau.

Doch zurück nach Köln. Ich will nun nicht mit den Kölner Funkenmariechen mit ihren Miniröckchen, deren Rocklänge praktisch gar nicht vorhanden ist, anfangen. Oder damit, dass sich in Köln weibliche Karnevalskostüme deutlich mehr an den primären Geschlechtsmerkmalen orientieren, während die typischen weiblichen Fasnachtskostüme der alamannischen Mäschgerle deutlich wärmer und zünftiger ausfallen und dass man so etwas auch immer als Gradmesser für ein Frauenbild betrachten könnte. Das wäre viel zu platt und viel zu einfach und ich kann es ja auch noch nicht einmal empirisch belegen. Köln ist außerdem die Heimatstadt von RTL und RTL ist auch nicht eben dafür bekannt, viel für die Gleichberechtigung der Frau getan zu haben. In Konstanz aber wurde ich noch nie von einem Busfahrer “Liebelein” oder “Ming leev Mädsche” bezeichnet, während ich die Münzen für ein Busticket abzählte. Das mag nett gemeint sein, ich aber war perplex, als es mir zum ersten Mal passierte – das war für mich übergriffig in diesem Moment. Ich bin kein Mädchen und ich will keinen Kosenamen von mir fremden Männern bekommen. Aber ist das wirklich Alltagssexismus? Schwierig. Für mich ist es das, da ich aus einem anderen Kontext komme, aber würde ich das dem Busfahrer so sagen, würde er mich auslachen. Mittlerweile habe ich die rheinische Mentalität etwas besser kennengelernt und weiß, wie so etwas zu verstehen ist. Was ich damit sagen will: Was Sexismus genau ist, ist manchmal sehr schwer zu erklären.

Gleiches gilt für Kölsch-Kneipen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt, dass man als Frau in einer Kölsch-Kneipe ganz anders vom Köbes behandelt wird als ein Mann. In der kölschen Kultur haben Frauen eben ihre feste Rolle. Das ist für mich oft befremdlich und ich empfinde es als sexistisch, aber ob es das wirklich ist? Ein Beispiel: Wenn ich mit dem Mann in eine Kneipe gehe, läuft er in der Regel vor mir in den Raum hinein. Man kommt an einen Tisch, pellt sich aus Jacke, Schal und Tasche und setzt sich hin und da steht aber dann meistens schon der Köbes am Tisch und will die Bestellung aufnehmen. Der Mann, ein Kölner, ordert also ein Kölsch. Ich aber wurstele noch mit meinen Klamotten herum, denn ich brauche damit länger als der Mann, denn ich habe deutlich mehr Sachen dabei als er, der er nur einfach eine Jacke an hat. Bevor ich aber bestelle, möchte ich erstmal sitzen, das bin ich einfach so gewöhnt. Und ich bin keine Kölnerin, mir schmeckt Kölsch zwar, lieber aber trinke ich ein kräftiges Pils. Aber nur ein gutes. Und daher muss ich erstmal auf die Karte gucken, was es so gibt. Und während der Mann schon an seinem ersten Kölsch trinkt, sitze ich noch da und warte darauf, dass der Köbes nochmal kommt, um meine Bestellung anzunehmen, und das kann dauernd, denn wenn ein Köbes etwas nicht mag, dann wenn man sich nicht an seine Ordnung hält. Er läuft also erstmal seine Runde und dann erst kommt wieder zurück an den Tisch. Das passiert mir andauernd und jedes Mal ärgert es mich und dann erkläre ich dem Mann, das sei sexistisch, das mache er nur, weil ich eine Frau bin. Das stimmt aber nicht. Das macht er, weil ich keine Kölnerin bin und mich nicht an den Code halte: Nämlich selbstverständlich ein Kölsch zu bestellen, wenn ich in der Kölschkneipe bin. Außerdem guckt man in der Kölschkneipe nicht in die Karte. Zwei Beispiele, wie die Art der Wahrnehmung und der Kontext den Begriff “Alltagssexismus” definieren können. Und mir ging es oben nicht darum, zu erklären, Köln sei eine Stadt von Sexisten. Ich erlebe solche aber in Köln verstärkt, weil Köln eine Großstadt ist und weil Köln eben auch eine ganz spezielle Stadt ist.

Ein sehr gutes Beispiel für Alltagssexismus aber ist das “Kuscheln” in öffentlichen Verkehrsmitteln. Mir ist das erst vor zwei Tagen passiert. Ich saß abends in der U-Bahn, um nach Hause zu fahren. Ein Typ stieg ein, setzte sich neben mich und nach wenigen Minuten Oberschenkelberührung der ganzen Länge nach. Ekelhaft. Nun bin ich keine kleine Person, so etwas kann also unabsichtlich passieren, wenn man neben mir sitzt. Ich rutschte also etwas zur Seite. Aber da war es wieder: Oberschenkelberührung! War der Typ eben einfach ein bisschen nachgerutscht. Ich ruckelte also etwas auf meinem Sitz herum und ordnete meine Beine neu an. Und was machte der Typ neben mir? Nachrutschen. Und da war es schon wieder: Oberschenkelberührung. Das war Absicht, das war ekelhaft und es war eindeutig, dass es nur darum ginge, seine Machtposition zu beweisen. Würde ich auf die Sache aufmerksam machen, um ihn aufzufordern, würde er alles mit einem arroganten Grinsen von sich abweisen – Punkt für ihn. Würde ich aufstehen und mich woanders hinsetzen, hätte ich kampflos das Feld geräumt – Punkt für ihn. Würde ich so tun, als merke ich nichts, um mich aber insgeheim innerlich fürchterlich zu ärgern, bis ich endlich aussteigen kann – Punkt für ihn. In dem Moment, in dem er ein zweites Mal nachgerutscht war, hatte er also schon gewonnen und das wusste er. Dabei ging es ihm sicher nicht um Sex, aber eben um die Demonstration seiner Macht. In Konstanz wäre das so nicht möglich, allein schon deswegen, weil immer in jedem Bus einer sitzt, den man kennt und man nicht immer überall anonym ist. Und weil die Leute in einer Kleinstadt viel mehr aufeinander achten und anderen helfen würden, wenn sie belästigt werden. In der Großstadt dagegen ist man anonym und man kann davon ausgehen, dass einem niemand von den anderen Fahrgästen hilft, wenn es mit einem solchen U-Bahn-Kuschler Ärger gibt. Das gibt es aber auch in anderen Großstädten und hat nichts speziell mit Köln zu tun.

Ein weiteres Beispiel für Alltagssexismus: Neulich war ich mit meinem Mann auf einem Fest, wir saßen alle an einem großen Tisch zum Essen und auf der anderen Seite des Mannes saß ein Typ, mit dem wir ins Gespräch kamen. Es ging um Berufliches, der Kerl machte etwas mit Marketing und PR und hatte viel zu erzählen und das tat er dann auch, ich klinkte mich phasenweise aus dem Gespräch aus, um auch mit anderen Leuten zu reden, erzählte aber, dass ich beruflich auch mit PR zu tun habe und selbständig sei. Was passierte? Als der Abend zu Ende war, drückte der Typ meinem Mann seine Visitenkarte in die Hand und meinte, er solle sich doch mal melden – netzwerken sei doch so wichtig und er sei ein großer Netzwerker. Wer aber keine Visitenkarte bekam, war ich, obwohl ich direkt daneben stand. Ein gutes Beispiel für Alltagssexismus. Und was soll ich als Frau in einer solchen Situation machen, die Sache ist ja bereits passiert und er hat mich ja bereits übergangen. Natürlich kann ich die Situation nun überspielen, einfach um eine Karte bitten oder einen Witz machen, er hätte mich wohl übersehen und dann würde ich die Karte auch bekommen und er würde sich wortreich für sein schlechtes Benehmen entschuldigen. Gezeigt hat er aber trotzdem, dass er erstens ein Tröffel und zweitens ein Sexist ist und das lässt sich nicht mehr ändern. Eben wie in der U-Bahn und auch das hat etwas mit Macht zu tun.

Köln ist die Hauptstadt der Schwulenszene, damit schmückt sich die Stadt und dass hier so viele Schwule und Lesben heiraten, finden alle super. Ich auch. Komisch dagegen fand ich: Ich habe vor und nach meiner Hochzeit letztes Jahr unwahrscheinlich viele Diskussionen darüber geführt, warum ich denn meinen Namen behalten und nicht den Namen meines Mannes annehmen wolle. Und zwar nur mit Kölnern! Meine Bekannten vom See und alle Nicht-Kölner, die ich so kenne, fanden das alle völlig normal. Mit meinem Mann dagegen hat niemand darüber diskutiert, warum er nicht meinen Namen annehmen wolle… komisch, oder? Ich kann das natürlich nicht empirisch belegen und es ist eine rein subjektive Erfahrung, aber aufgefallen ist es mir eben schon. Ich glaube, das liegt daran, dass man in Köln eben ein traditionelleres Frauenbild hat als in der Universitätsstadt Konstanz.

Typisch sexistische Situationen, die ich ansonsten erlebt habe: Der Chef, der mir während meines Studi-Jobs in der Konstanzer Bäckerei erklärte, ich habe aber viel Holz vor der Hütten, während ein Kollege daneben stand. Die Typen, die mir beim Radeln auf die Brüste starren. Überhaupt, Brüste! Was starren Männer auf Brüste! Ich meine, gucken ist ok – ich gucke bei anderen Frauen auch mal hin. Aber eben: Gucken! Nicht Starren! Dann gibt es da die sexistischen Sprüche, so viele und andauernd, dass mir jetzt gerade spontan keiner einfällt. Vielleicht der: “Die Zicke gehört mal wieder ordentlich gevögelt”, wenn eine Frau auf andere anstrengend wirkt  – oder Single ist und Singlefrauen haben sich ehe eine ganze Menge anzuhören. Oder Sprüche und Bemerkungen über das Aussehen von Frauen in Machtpositionen – insbesondere die Bundeskanzlerin in den ersten zwei Jahren nach ihrer Wahl. Was habe ich mich da fremdgeschämt über all die Typen, die permanent Witze über ihre Haare, ihre Figur und ihre Klamotten gemacht haben – und was habe ich mir da überall den Mund fusselig geredet, dass das dummer Mist ist. Dann die Angst, alleine nachts U-Bahn zu fahren oder durch Parks zu laufen. Und, und, und. All das, was da heute bei Twitter unter dem Hashtag #aufschrei aufgezählt wurde – all das kenne ich, aus eigener Erfahrung und anhand von dem, was mir andere erzählen. Und spricht man das an, heißt es meistens: Nun hab Dich doch nicht so. Ist ja alles nicht so schlimm. Doch, das ist es. Und es ist zum Kotzen und wir, die wir das tagtäglich erleben, haben die Schnauze voll.

Wo ich Alltagssexismus überhaupt nicht erlebe, ist übrigens im Coworking-Umfeld, auch wenn viele der Männer Programmierer sind, während die Frauen in der Regel eher kreative Berufe ausüben, also beide Seiten eher geschlechtertypische Berufe gewählt haben. Dass gestarrt, gegrabscht oder dumme Sprüche abgegeben werden gibt es da nicht. Coworker sind soziale, progressive Menschen mit Überzeugung. Es wird akzeptiert, dass verschiedene Leute unterschiedliche Dinge machen und entweder man interessiert sich füreinander oder eben nicht – ansonsten gilt aber Gleichberechtigung und das Prinzip Geben und Nehmen für alle. Und jeder hält sich daran, denn ansonsten kann Coworking nicht funktionieren. Gleiches gilt für die Makerszene, bzw. die DIY-Szene. Aber das sind eben auch Menschen, die sich in der Regel eine bessere, sozial fähigere und nachhaltige Gesellschaft nicht nur wünschen, sondern auch tatsächlich versuchen, sie in kleinen Bereichen zu verändern.

Weil ich ja auch ein bisschen auf Köln und Konstanz eingegangen bin, möchte ich das hier nicht vorenthalten. Den ganzen Tag lang gab es heute dumme Reaktionen auf Twitter, vorwiegend von Männern. Aber die wohl dämlichste Reaktion gab es ausgerechnet von jemanden, der in Konstanz als Social-Web-Koriphäe gilt, nämlich dem @bodenseepeter und ich war einigermaßen erstaunt, als ich das gelesen hatte, denn ich hatte ihn bisher eigentlich als netten Menschen kennengelernt. Für Peter jedenfalls ist Sexismus anscheinend die Grundlage der menschlichen Fortpflanzung:

 

 

 

 

 

 

 

 

Szenen einer Ehe

Und dann ruft mich der Mann an. Er ist gerade im Supermarkt, um ein paar Dinge einzukaufen. Gerne wäre ich mitgegangen, aber ich muss etwas für einen Kunden fertig schreiben und kann so lange den Schreibtisch nicht verlassen. Dafür habe ich ihm noch schnell einen Einkaufszettel geschrieben und mitgegeben. “Du, Schatz”, sagt er und schnauft dabei ein ganz klein wenig in den Hörer, so leise, dass man es fast kaum hören kann. “Die Butter, den Mulch und den Lachzwieback habe ich ja gefunden. Aber wo zur Hölle finde ich jetzt bitte ein Sektklo und Fleischbruch?”

Manager der Abteilung der Logistik

Sollte das mit den melancholischen Texten über Frauen, die aus dem Fenster starren und Eichhörnchen beobachten, die gerade unter dem Kirschlorbeer nach Nüssen suchen, nicht klappen, kann ich natürlich noch immer dieses sagenhafte Job-Angebot annehmen, das mir heute per E-Mail zugeschickt wurde. Die sind immerhin fertig, 35 Euro pro Stunde zu bezahlen. Davon kann man als Texter nur träumen!

Aсhtung!!! Dаs ist nicht Ѕpаm. Ιհre Е-Маil-Adrеsse wurde bei dеr Firmа „Jоbscоut.de“ gegеben, аls Αntwоrt auf Ihren Lebеnslаսf սbеr die Jobsuche in „Lоgistiс ES“ im Веrеich Маrкeting und Verκаuf.

Gutеn Таg!
Мein Name ist Stеfаn Mеier. Ιcһ bin Мanager fսr regi᧐nale Еntwiϲᴋlսng in dеr Firmа „Logistic ΕS“. Unsere Firma sреzialisiеrt siсh in der Vеrbrеitung, Каսf und Vеrkauf ԁеn Waren ᴡeltԝeit. Wir sind froh, Ihnеn diе Stelle еinеs Ϻаnagers dеr Αbteilսng der Lᴏgiѕtik anᴢսbiеtеn. Diе Pfliсhten des Мanagers dеr Abteilսng dеr Lоgistiк sind:

1.    Iһrе E-Mail-Аdrеsse 3 mal ρr᧐ Tag prufеn (wеnn Sie jеdе Ꮪtսnԁe prսfеn, begru?t ԝerdеn).
2.    Раkеtе und Рost аսf Ihrе Рriᴠаtadrеѕse bek 74;mmеn.
3.    Pаkete n᧐cһ einmal еinpаcкеn, սnd ԁie Anleitսng Iհreѕ Мanаgеrs bеfоlgen.
4.    Das Geld vоn dеr Firmа fur ԁie Βеᴢаһlung dеr Тrаnsportкоsten аuf diе Absеndung der Раkеtе zս bekommen. Օdеr diе νοrbeᴢaһltеn Etiкеttе UPS zu bekommen.
5.    Diе Ρakеtе dеm Βᴏtе der Vеrkеhrsgеsellschаft ubеrgеben.
6.    Εinen Таgesberiсht ubеr еrfullte Аrbeit Iһrеm Ϻаnagеr gebеn.
7.    Alle Fᴏrmulаre und Dоkumеntе auszufullen, diе Ιhr Μаnаger аn Е-Маil-Аdressе sendеt.
8.    Еinen Тagеsbericht ubеr еrfullte Αrbеit Iһrem Маnаgеr gеben.
Dаs Angebot dеr ubersendeten Wаrеn:
1.    Ηаuѕհaltѕgerаte.
2.    Spоrtаusrustung.
3.    Ꮮuxսsartiкеl.
4.    Cоmрutеr.
5.    Gеsсhaftsausstattung
6.    Нandys.
7.    Klеidung.
Forderungen аn Аnwаrtеr:
1.    Ρеrѕοnаl Сomрutеr.
2.    Grundwissеn ᴠοn Micrоsoft World.
3.    Ρerѕonalе Е-Mаil-Аdrеssе.
4.    Drucкer.
5.    Volljahrigеs Αlter.
6.    Diе М᧐gliсһκеit diе Ѕеndungеn bis 10 kg bеarbеiten.
Ԝir sind fertig, 35 Еurо fur die Αbѕenԁսng еines Paкets zu bеzаhlеn. Dеr Lohn wird einmаl prο Мonаt аusgеzahlt werdеn. Ԝаhrend dеr Ρrᴏbеᴢeit wеrdеn Siе 5-10 Рaketе pro Wоche beᴋ᧐mmen. Νaᥴһ der Рrobezeit werdеn Siе 50 Рakete рrо Woсhe beкоmmen. (35 Eurо Х 25 = 875 рrо Wοcһе)

Die Αrbеit in unserem Unternеհmеn ist еine soziаlversichеrungspflichtigе Festanstеllung in einеm mоdеrnen Untеrnehmen mit einеm unbеfristеtеn Аrbеitѕᴠеrtrag, wоbеi ԁer Αrbeitgebеr diе Кranкen- und Rеntenversiсhеrungsbеitragе ubеrnimmt. Dies bеdeutet, dass еs siсh um ein Аngestеlltenvеrhaltnis հanԁеlt.

Аrbеitszeit und Аrbeitsort:
Wir biеtеn Ihnen einе Arbеit νon Ζսhaսѕе an. Wir bieten flехiblе Arbeitszеitmоdelle wiе frеie Ԝаhl bei dеr Αrbeitszеit аn, damit ѕicһ Familie und Вeruf vеrеinbarеn lаssen. Ϻit ԁеm Аrbeitszeitsystеm «Vertrаuensarbеitszeit» wird die Vеrantwоrtung fսr das Zeitmаnagеment ԁen Аrbеitnеhmеrn ubergeben. Siе mussen еntschеidеn, wаnn und mit wеlсhem Aufwand siе die Аrbеit еrlеdigen.

Krаnkеn-, Rentеn- und Аrbеitslοsenᴠerѕicherung:
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Diеse Unterlagen wеrdеn аls Liеfеr- und Каufnасhwеis im Gаrantiеfall bеnotigt.)
2. Uberprսfսng der Ԝare аuf au?еre Sсhаden (Der Еmpfangеr des Transрortgutеs bzw. der Arbеitnehmеr ist verpflichtеt, das Τrаnsρortgut auf аu?erlich еrkеnnbаrе Schаdеn zu սberρrufеn. Wenn au?erliсhе Schadеn fеstgestellt wеrden, ist Lоgistics ЕS in jedem Fall pеr Е-Мail zu infоrmiеren. Еinе еventuеll folgеnԁe Ruсksendung der Ware muss mit Lоgistiсs ЕS abgesрrоchen wеrԁеn.)
3. Vеrрaскen der Warе (Dеr Еmρfanger dеs Τrаnsρᴏrtgսtеs bzw. ԁer Arbеitnеhmer ist verрflichtet, die Ware versandfеrtig ᴢur Abhоlung fur den Ρаᴋеtԁiеnst zսr Verfugung zu ѕtellen. Die Warе mսѕs grundsatzlich dսrᴄh ԁen Vеrsender in dеr Оriginаltransportvеrрackung, nebѕt dеr vom Herstеller vоrgesеhenen Τransρ౦rtѕicһerungеn verрacкt werden. Siе brаuchen nur dаs Кlеbebаnd.)
4. Ausfullen dеr Еingangsbestаtigung, diе Siе in Ihrеm Ϻitarbеiterbеrеicһ findеn; Ꮶеnnzeiᥴhnung der Schаden und Маngеl.
5. Vеrsenԁung dеr Wаre an unsere Kunden und Рartnern аսѕ der gаnᴢеn Ԝеlt (Die Ԝаrе wird taglich von DPD usw. ᴠᴏn der vоn Ihnen аngеgеbеnеn Adresse аbgehᴏlt. Fur diе Abholung ԁеr Wаre кonnеn diе Zеitеn νеreinbаrt werdеn. Der Arbеitnеhmer bеκοmmt аlle Doкumente wie Adress-Аufкlеber fur jеdе Vеrpаcᴋսng. Diе Firmа lеistet аlle Pоstaսѕgabеn. Dаհer wеrԁen Sie niᥴht in Vorкassе bzw. in Vᴏrlаge treten. Dеn Аdress-Aufкleber kоnnеn Sie in Ihrеm Mitarbеiterbereich hеrunterladеn.)
6. Аusfullen dеr Аusgаngsbеstаtigung, diе Siе in Ihrеm Мitarbeiterbеrеich finԁеn.

Wenn Siе interеѕsierеn siсh fur diеse Stеlle, аntworten bitte auf diesеn Brief. Im Тhеmа des Вriеfes bеzeichnеn Ѕiе „dеr Μanager dеr Аbteilung der Ꮮogiѕtik“ Und wir werdеn Iһnеn den Frаgebogen gebеn.

 

 

Fünf Briefumschläge aus dem nördlichsten Schwarzwald

Eben habe ich fünf Briefumschläge bei einem Online-Händler bestellt. “Fünf Briefumschläge? Wie bitte?” werden Sie sich vermutlich nun fragen und ich muss zugeben, dass das etwas seltsam ist. Doch dieses Schreiben, das ich gestern per E-Mail aus dem allernördlichsten Schwarzwald erhielt, hat mich einfach davon überzeugt:

 Guten Tag,

wer in ihrer Firma für mein Anliegen zuständig ist weiss ich leider nicht, daher schreibe ich Ihnen einfach mal an die info Mail-Adresse. Ich möchte mich kurz vorstellen … mein Name ist XY, ich bin 26 Jahre alt und lebe mit meiner Frau und meiner Tochter im nördlichsten Schwarzwald.

Seit einigen Monaten bin ich Inhaber eines Online-Shops, in dem man in erster Linie Briefumschläge bestellen kann. Je nach Jahreszeit gibt es auch Weihnachtskarten, Osterkarten und Hochzeitskarten. Sicherlich können sie sich vorstellen, dass es nicht gerade leicht ist einen Online-Shop “von Null auf Hundert” zu bringen. Daher hoffe ich sie verzeihen mir, dass ich sie einfach anschreibe, ohne dass sie sich explizit für einen Newsletter pder Ähnliches bei mir angemeldet haben. Auf jeden Fall bin ich auf der Suche nach Geschäftspartnern. Dabei geht es mir nicht einfach nur darum, dass jemand in meinem Online-Shop etwas bestellt, sondern ich möchte sie sozusagen dazu bewegen meine Produkte an Ihre Kunden weiterzuverkaufen.

Es mag ihnen jetzt vielleicht etwas lächerlich vorkommen, wenn ich ihnen dauerhaft 5% auf mein gesamtes Sortiment anbiete, aber schauen sie sich vorher bitte meine Preise an. Dabei gibt es die meisten meiner Stamm-Produkte (Briefumschläge) ab einer Mindestbestellmenge von 5 Stück. Jahreszeitabhängige Produkte sind meist bereits ab 25 Stück bestellbar. Bei vielen Mitbewerbern gibt es meist Pakete ab 250 Stück, vereinzelt auch 100 Stück, aber darunter gibt es eigentlich nichts. Zahlreiche Ihrer Kunden sind evtl. interessiert an meinen Produkten, kennen sie jedoch vielleicht nicht oder haben bisher noch nicht die Verwendung der Produkte erkannt. Ich würde mich freuen, wenn sie ihren Kunden meine Produkte anbieten würden. Gerne versende ich auf Wunsch auch in einem neutralen Paket mit Ihrem Absender direkt an ihre Kunden.

Nun habe ich glaube wohl erst einmal genug geschrieben und vor allem genug ihrer Zeit in Anspruch genommen. Wenn ich sie jetzt nich überzeugt habe, wird mir das vermutlich auch nicht nach weiteren zeilen gelingen. Ich freue mich über ihre Rückmeldung bzgl. meines Angebotes und über ihren besuch in meinem Online-Shop unter www.irgendeineseite.de. Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen
XYZ (mit vollständiger Signatur)

Wenn auch Sie an diesem sagenhaften Angebot interessiert sind, gebe ich Ihnen gerne den Namen das Shops bekannt. Um das Ganze abzukürzen, können wir es aber auch so machen, dass ich mir einfach im Schreibwarenladen gegenüber eine 100er-Packung Briefumschläge besorge und Ihnen davon Ihre fünf Stück in einem neutralen Umschlag per Post zuschicke. Ich bin allerdings schon 40 Jahre alt und wohne im Südwesten Kölns, ich hoffe, das macht nichts.

Am Telefon: Bye bye kümmern!

Vor ein paar Tagen addete mich auf Skype ein mir völlig unbekannter Mat, doch sehen Sie selbst:

Ich: Hallo, woher kennen wir uns?
Mat: An wen?
Mat: Sprichst du von mir?
Ich: ja. du hast mich hier geaddet. Warum?
Mat: Wir sind der Hersteller von chirurgischen Instrumenten, Dental-Instrumente, orthopädische Instrumente, Venatiry Instrumente, chirurgische und zahnärztliche Instrumente Formsilbe Schönheit Instruments und ich sehen Ihre Website, während ich search im Unternehmen, die in chirurgischen Instrumenten umzugehen habe.
Ich: ?
Mat: Was du damit sagen
Ich: Was willst du denn?
Mat: Wir sind in Köln zuletzt in diesem Monat und will kommende treffen Sie zeigen Ihnen, Proben der Produkte in der Sie handeln.
Ich: Ich handele nicht, ich bin Texterin: www.warndorf.com
Mat: So dass Sie nicht mit unseren Produkten im Zusammenhang
Mat: ?
Mat: egal und sorry für Sie zu stören.
Mat: Bye Bye kümmern
Ich: Bye. Und bitte auch kümmern.

Anruf von Frau L. von der XYZ-Versicherung

Das Telefon klingelt, ich nehme den Hörer ab.

„Ja Hallo?“
„Hallo! Ich spreche mit Frau G.?“
„Nein, ich bin Frau W.“
„Achso. Hier Frau L. von der XYZ-Versicherung. Ja eigentlich wollte ich ja Herrn G. sprechen.“
„Tut mir Leid, der ist gerade nicht da.“
„Woher wissen Sie denn das?“
„Wir sind ein Paar. Wir leben zusammen.“
„Aber Sie heißen doch ganz anders.“
„Wir sind nicht miteinander verheiratet. Also noch nicht.“
„Achso. Frau G., wann ist Ihr Mann denn daheim?“
„Also wie gesagt, wir sind nicht verheiratet. Erst im August.“
„Na dann sind Sie ja bald Frau G., Frau W.!“
„Nein, auch dann nicht, ich behalte meinen Namen. Aber warum rufen Sie denn nun eigentlich an?“
„Ich wollte einen Termin mit Ihrem Mann vereinbaren.“
„Er ist nicht mein Mann, also noch nicht, weil… ach, ist ja auch egal. Er ist jedenfalls nicht da, soll er Sie zurückrufen?“
„Nein, lieber nicht. Wann hat er denn Zeit für den Termin?“
„Das ist schwierig.“
„Gucken Sie doch mal nach.“
„Ich bin eigentlich nicht seine Sekre….  na gut. Also, er geht morgens um acht aus dem Haus, kommt vor zwölf Uhr selten wieder heim und ab Sonntag ist er für drei Wochen unterwegs.“
„Haha, wie lustig, nein im Ernst, wann hat er Zeit?“
„Das ist nicht lustig, das ist sein Job. Wann er Zeit hat, ist schwer zu sagen. Am besten, er ruft Sie zurück.“
„Nein, lieber nicht.“
„Hm.“
„Hm.“
„Was für ein Termin ist das eigentlich?“
„Ach, mit Herrn F.“
„Ah.“
„Ja.“
„Und was will der Herr F. von meinem Ma…, äh, Lebensgefährten?“
„Nichts!“
„Dann braucht er doch eigentlich keinen Termin.“
„Doch!“
„Ja aber wenn er nichts von ihm will?“
„Na eigentlich will er schon was. Reden will er.“
„Achso. Reden.“
„Genau.“
„Soso. Worüber denn?“
„Nur mal so. Reden halt.“
„Kann er uns nicht einfach eine Flasche Wein schicken?”
„Ja, nein, er will sich schon persönlich vorstellen.“
„Ah.“
„Genau.“
„Und dann nebenbei ein paar Anlagen und Versicherungen verkaufen, stimmt’s?“
„Ja so habe ich das nicht gesagt jetzt.“
„Nein, haben Sie nicht.“
„Eben.“
„Also ich denke, ich kann Ihnen sagen, dass Herr G. nicht allzu sehr daran interessiert ist, Herrn F. kennenzulernen.“
„Das sagen Sie so.“
„Das weiß ich auch.“
„Woher?“
„Weil ich ihn kenne.“
„Den Herrn F.? So schlimm ist der auch wieder nicht.“
„Nein, den Herrn G.“
„Aber Sie sind doch gar nicht miteinander verheira…“
„Nein, sind wir nicht.“
„Der Herr F. will sich jedenfalls einfach mal vorstellen und ein bisschen reden, mehr nicht.“
„Danke, wie gesagt, das ist nicht nötig, denke ich.“
„Aber er ist Ihr neuer Betreuer.“
„Ah.“
„Genau.“
„Dann schicken Sie doch ein Kärtchen mit seiner neuen Telefonnummer. Wir melden uns, wenn wir etwas brauchen.“
„Ja, nein, das geht nicht.“
„Wieso? Hat er kein Telefon?“
„Ja, doch, aber er will sich persönlich vorstellen.”
„Aber wenn wir doch nicht wollen.“
„Doch, Sie müssen wollen, Herr F. ist verpflichtet, sich persönlich vorzustellen.“
„Wir wären großzügigerweise bereit dazu, darauf zu verzichten.“
„Ja, nein, Sie müssen aber!“
„Ne, müssen wir nicht.“
„Doch, Sie müssen!“
„Nein.“
„Dohoooch!“
„Nein.“
„Doch, doch, Doppeldoch! Immer drei mal mehr doch als Sie!“
„Ist ja gut jetzt.“
„Also wann kann er, Ihr Mann?“
„Immer.“
„Also ich meine, wann hat er Zeit.“
„Er hat keine, tut mir Leid.“
„Er muss aber.“
„Na gut, wenn Sie das sagen. Moment, ich gucke in den Kalender. Wie wäre es am 18. Oktober 2027, hat Herr F. da Zeit?“
„Na geht doch. Ich sehe mal nach… ähm,, ah, ja, geht! Super! Dann trage ich das jetzt so ein.“
„Bis dahin sind wir dann übrigens auch miteinander verheiratet.“
„Ah!“
„Genau.“
„Na dann, tschüss Frau G.!“
„Ja, Tschüss jetzt.“

Anruf vom Übersetzungsbüro

Das Bürotelefon klingelt, auf dem Display eine Nummer aus dem bayerischen Raum. Diese Nummer hatte diese Woche schon einmal angerufen, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Ich nehme den Hörer ab. “Frau W., Agentur Turbotext, guten Tag!” – “Hallo Frau W., hier ist das Übersetzungsbüro.” – “Hallo.” – “Fallen bei Ihnen im Unternehmen Übersetzungen an?” – “Nein.” – “Alles klar, dann weiß ich jetzt Bescheid.” – “Ah.” – “Gut.” – “Und nun?” – “Tschüss.” – “Ok, tschüss.”