Tag 8: Karlskrona – Mit dem Schiff durch den Skärgården

Und Tag 8 beginnt mit ein bisschen Kopfweh, leichtem Sonnenbrand auf komischen Körperteilen und einem rotbraunen Farbton im Gesicht, gucke ich in den Spiegel, erkenne ich mich kaum noch. Die rote Bluse ziehe ich also lieber nicht an. Feuermelderverwechslungsgefahr und so. Das Frühstück ist dafür etwas entspannter als gestern, ich frühstücke ja liebend gerne in Hotels, aber das erste Mal in einem neuen Frühstücksraum finde ich immer etwas anstrengend, ich mag es morgens nicht, wenn ich nicht weiß, was wo steht und wie was genau ist und dann sind da immer noch diese Leute. Das Frühstücksangebot ist robuster als das in Danzig, zwei Sorten Wurst, eingelegter Hering, saure Gurken, zwei enorme Platten mit Gurken und Tomaten, ein vier Kilo Riesencheddar, von dem man sich etwas abhobelt und natürlich Würstchen sowie Rührei mit Speck. Übertrieben wird dafür beim Joghurt , es gibt mit 2 Prozent Fett, mit 3 Prozent Fett, mit extra Calcium, mit 0,5 Prozent Fett, mit Vanillegeschmack, mit Zucker und mit 4 Prozent Fett, ähnliches auch bei der Milch, denn da gibt es Sojamilch, Reismilch, fettarme Milch, 2 Prozent Milch, 3 Prozent Milch, warme Milch. Auch bei den Brotsorten das gleiche, drei oder vier süße Brote, verschiedene Weißbrote und Knäckebrote, Kekse und immerhin auch Vollkornbrot. Acht Sorten Frühstücksflocken außerdem. Und zweierlei Eier, hartgekochte und weiche, beide jeweils kalt, aber immer noch besser als die überraschenden 2-Minuten-Eier in Danzig, die dort nur ohne Eierbecher angeboten wurden.

Den Tag wollen wir genauso entspannt angehen wie den gestrigen, also kaufen wir uns zwei Tickets für eine Fahrt quer durch den Skärgården vor Karlskrona. Drei Stunden dauert die Fahrt, zunächst fahren wir die Inseln Tjurkö, Sturkö und Senoren an, dann folgen Ytterön, Hästholmen, Inlängan, Stenshamm, Ungskär, Langören und über Ytteron geht es anschließend wieder zurück. Besonders warm ist es nicht und irgendwann fängt es auch noch an zu regnen, was aber der Schönheit der Schären nicht wirklich schadet…

 

 

Abends essen wir Pizza im Hotel und als dann der blöde schwedische Wäschetrockner meine weiße Lieblingshose frisst, ist es Zeit, von Schweden Abschied zu nehmen. Morgen um 10 Uhr 40 fahren wir ab – nach Kopenhagen. Und vielleicht haben die da eine schöne weiße Hose für mich, mal sehen.

Tag 7: Karlskrona – Auf Aspö im Skärgarden

Heute folgt nur ein kurzer Bericht, ich bin furchtbar müde und möchte eigentlich nur ganz schnell ins Bett.

Unterwegs waren wir heute auf der Nachbarinsel Aspö. Wir hatten lange überlegt, auf welche der vielen Inseln wir fahren möchten, hatten uns dann für Aspö entschieden, weil die Fährverbindung dorthin so günstig ist, weil die Insel zum Radeln ideal ist und weil die Fähre nach dort auch nichts kostet. Um elf ging’s los – bei strahlend blauem Himmel!

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Die Fahrt dauert gerade mal eine halbe Stunde. Man fährt durch die vielen kleinen Felsinseln, die vor Karlskrona verstreut im Meer liegen, hindurch – auf vielen finden sich übrigens noch militärische Überreste.

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Aspö ist eine der vier größeren Schäreninseln, die vor Karlskrona liegen, fast rund ist sie und misst dabei vom einen Ende zum anderen etwa drei Kilometer. Ab dem Fährhafen fuhren wir einfach immer der Straße entlang, um uns von dem, was kommen würde,  überraschen zu lassen, genaue Vorstellungen hatten wir nicht – einfach etwas herumfahren, vielleicht irgendwo baden gehen und mittags noch was essen gehen war die Idee.

Die Insel ist wunderschön, man kann es gar nicht anders sagen. Unmengen an niedlichen Schwedenhäusern in allen Farben stehen überall auf großen Grundstücken, viele mit eigenen Bootsstegen, den Segeln und Bootfahren ist hier wie in Karlskrona das ganz große Ding, dazu viel lauschiger Wald mit zahllosen Felsen, herrlichen Farnen und Moosen. Sehr hübsch das alles.

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Seltsam war, dass trotz der vielen, vielen Häuschen die Insel fast menschenleer war – bis wir in der Badebucht auf der anderen Seite der Insel waren, hatten wir gerade mal vier Insulaner gesehen  und das an einem so sonnigen Tag wie heute. Von Geschäften und Cafés war außerdem auch weit und breit nichts zu sehen.

Neben der Badebucht gab es große, glatte Felsplatten mit Gras drauf, die ins Meer ragten, dort blieben wir erstmal für zwei, drei Stunden, Badetücher und Bücher hatten wir mitgenommen. Schön war es da, baden waren wir allerdings nicht, denn an den rutschigen Steinen wäre man zwar prima INS Wasser gekommen, das mit dem RAUS wäre aber so eine Sache gewesen.

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Wir fuhren dann ziemlich lange durch ziemlich viel Wald…

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… kauften im Insel-Supermarkt auf der anderen Seite der Insel für ein kleines Picknick ein, denn das eine der beiden Insel-Cafés hatte geschlossen und das andere gehörte zu einer Galerie, auf die wir irgendwie keine Lust hatten und Restaurants gab es ja keine. Auf Aspö macht man anscheinend nichts, außer ziemlich schön Wohnen und am Meer sein. Herrlich unaufgeregt und sehr sympathisch. Wenn ich später doch kein Seemann werde, dann ziehe ich nach Aspö und mache dort ein Restaurant auf.

Wir fanden noch einen sehr hübschen Sandstrand, wo wir eine weitere Weile einfach herumlagen und lasen. Ins Wasser sind wir hier aber auch nicht, es war einfach viel zu kalt.

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Mit der Fähre ging es dann wieder zurück nach Karlskrona, wo wir noch sehr lecker im Niwa essen waren – allerdings nicht speziell schwedisch – ich hatte ein Steak, der Mann einen Burger. Und nun liegen wir hier im Hotel herum, supermüde und mit glühenden Gesichtern von der vielen Sonne.

Und morgen? Wissen wir noch nicht so genau – wahrscheinlich fahren wir einfach auf eine der anderen Inseln. Oder machen eine Inselrundfahrt. Auf jeden Fall werden wir wieder viel in der Sonne herumliegen und lesen. Und übermorgen geht es dann mit dem Zug weiter nach Kopenhagen.