Schlagworte: Rhein

Winter in Köln

Die Fotos habe ich im letzten Winter gemacht.

 

 

Hochwasser

Und dann ist Hochwasser und weil ich neu in der Stadt bin, fahre ich hin, um es mir anzusehen. Ich komme vom Heumarkt, laufe ein Stück den Weg oben bei den Touristen-Restaurants entlang Richtung Hohenzollernbrücke, bei einem der Restaurants hängen ein paar einsame Feuerwehrschläuche aus dem Keller heraus. An den Durchgängen zur Promenade wurden Fluttore aufgestellt, lustlos bewacht von Männern in orangefarbenen Uniformen. An einem gehe ich vorbei, er ist Anfang 20, gelangweilt spuckt er auf nur für ihn sichtbare Zielscheiben auf dem Boden. Wie die anderen Leute vor mir ducke ich mich unter dem roten Band durch, mit dem das Ufergelände eingezäunt ist. Den orangenen Mann interessiert das nicht weiter, also laufe ich ein paar Meter über die matschige Wiese und dann bin ich da, am Wasser.

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Der obere Teil der Uferpromenade ist trocken, nur der untere Bereich ist zur Hälfte vollgelaufen. Der Rhein fließt reißend vorbei, das Wasser ist braun und trübe, man sieht ein paar Strudel und manchmal schwimmen ein paar dicke Äste mit. Und so sehr ich danach mit der Kamera suche, das Hochwasser hat wie der Rest der Stadt nicht viel malerisches, es ist einfach nur Wasser, das über das Ufer getreten ist, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Ich gehe auf dem unteren Weg direkt am Wasser entlang Richtung Deutzer Brücke und dann noch ein Stück weiter, irgendwann ist der Weg komplett überschwemmt und ich muss wieder umdrehen.

Es hat acht Grad an diesem Tag, auch andere Schaulustige sind da, viele machen wie ich Fotos, sie gucken, sie laufen ein paar Schritte und dann gehen sie wieder. Eine Schulklasse mit Lehrerin, auf einer der Bänken am Wasser ein knutschendes Paar. Eine ältere Dame, die ihren Pudel ausführt und die Möwen füttert. Das Tier bellt das Wasser an und kackt schließlich ungerührt einen Haufen hinein, während seine Besitzerin tut so, als hätte sie es nicht bemerkt. Ein RTL-Filmteam, sie besprechen sich und packen irgendwelches Material ein und dann wieder aus, der Leiter des Teams trägt Koteletten und einen langen gelben Schal, er sieht so aus, als würde er viel lieber französische Problemfilme drehen. Ein Mädchen mit langen Zöpfen auf einem Roller, das mir beim Fotografieren dauernd durchs Bild fährt und mich nervt. Auf der Mauer ein älterer Mann, neben sich eine Tüte mit leeren und vollen Bierflaschen, er prostet mir zu, ich winke mit meiner Kamera zurück und wundere mich darüber, dass es überall so nach Bratwurst riecht.