Geschnitten

Januar 22nd, 2010 § 2 comments § permalink

 

Twitter – Ein Kommen und Gehen

Januar 12th, 2010 § 22 comments § permalink

Und nun auch sie. Mit einem Abschiedsbrief hat sie sich verabschiedet. Die Gruppenprozesse waren nicht ihre Welt, schrieb sie und es fielen noch einige andere Sätze, in denen sie ein Twitter beschrieb, dass ich so bisher nicht kannte. Aber so ist das wohl. Jeder findet dort das, was er sucht. Oder eben das, was er eben nie finden wollte, was aber im Grunde das gleiche ist.

Ich verstehe nicht ganz, warum sie ging und irgendwie bin ich aber auch ein wenig enttäuscht über diesen Abgang. Ich denke, sie wird wissen, warum. Aber akzeptieren muss man es eben. Und ich finde es traurig, denn ich werde sie vermissen.

Was ich erstaunlich an der Sache finde: Wenn man sich durch den Abschiedsbrief und die Einträge darunter liest, ja dann erinnert einen das irgendwie an, ja, irgendwie… ja da war doch mal, vor nicht allzu langer Zeit… ja, und dann fallen sie einem alle wieder ein. Die, die auch schon gegangen sind, mal mit Abschiedsbriefen, mal ohne. Die Schnutinger. Der Loh. Der Breuer. Der Roger. Und wie sie noch alle so hiessen. Desilliusioniert hatten sie erklärt, sie hätten von dem Laden genug. Man habe endlich erkannt, dass man in dieser oberflächlichen, unrealen Twitterwelt viel Zeit für nichts verschwendet habe, dass das alles Unfug sei. Ausserdem seien eh alle doof da. Sowas in der Art. Peng! Krawumm! Und auf Nimmerwiedersehen weg.

Und dann die betroffene Followerschaft, der nicht viel mehr blieb, als halt noch kondolierend hinterherzuwinken. Aber auch die, die die Gegangenen am allerbesten gekannt hatten, ihnen am allerallernächsten gestanden hatten und sie vor allem am alleralleralleroberschlimmsten vermissen würden. Die uns dann auch schnell, Eigenwerbung geht halt immer, mit top Insider-Informationen versorgten wie „Peter geht es gut, ich soll grüssen“, damit wir alle weiterhin auf dem Laufenden waren.

Jedenfalls mal so für zwei, drei Tage. Denn genauso zackig wie Sache mit dem Abgang ging, genauso schnell ging die Sache mit dem Vergessen: Nach spätestens einer Woche sprach niemand mehr darüber. War aber auch gar nicht nötig, denn die, die gegangen waren, kamen ja eh alle wieder zurück, denn das Zurückkommen ist ein wesentlicher Bestandteil eines solchen dramatischen Abgangs. Die einen liessen sich dafür mehr, die anderen ziemlich wenig Zeit. Bei der @Schnutinger ging es ein halbes Jahr, beim @Allesroger vier Monate. Der @Karstenloh kam glaube ich nach einer Woche wieder. Und „Peter“ war nach bereits drei Tagen als @genueser schon wieder da, die Tinte in seinem Abschiedsblogbeitrag war noch nicht getrocknet. Die einen machten eisern und stillschweigend weiter, als wäre nie was gewesen. Die anderen gaben sich abgeklärt und geläutert. Man habe jetzt erkannt, worauf es wirklich ankäme und daher mache man künftig alles ganz anders. Das hielt dann auch so für zwei oder drei Tage und dann ging es weiter, als wäre nie was gewesen.

Zum Glück. Denn in beiden Fällen haben wir, die wir vorher so kopfgestossen zurückgelassen wurden, uns darüber gefreut. Vielleicht mit einem kleinen Schmunzeln und etwas Gefrotzel, ja, aber wir haben uns darüber gefreut, dass sie wieder bei uns waren.